Mittwoch, 14.11.2018

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Mixed-Martial-Arts: Schnaittacher kämpft in der Profiliga

Treten, schlagen, würgen - bei dem Vollkontakt-Kampfsport geht es zur Sache - 17.07.2018 20:42 Uhr

Der Schnaittacher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer David Depannemaecker (rechts) beim Training mit dem Rollhofener Fabian Fertsch im "Octagon", dem achteckigen Wettkampf-Käfig. © Privat


Erst am vergangenen Wochenende hat David Depannemaecker siegessicher an Deutschlands führender Mixed-Martial-Arts-Serie, der GMC (German MMA Championship), in der Ulmer Ratiopharm Arena teilgenommen. Sein Plan ging allerdings nicht ganz auf, denn der Schnaittacher Kämpfer unterlag dort dem Stuttgarter Christian Jungwirth am Ende nach Punkten.

Kombination verschiedener Stile

Was genau ist eigentlich MMA? Die MMA-Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken (Striking) des Boxens, Kickboxens, Taekwondo und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken (Grappling) des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringens und Judo. Auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt. Mixed Martial Arts ist also eine Mischung von vielen Kampfsportarten mit Vollkontakt zum Gegner. Bekannt geworden ist MMA durch die Ultimate Fighting Championship (UFC), die weltweit größte Mixed-Martial-Arts-Organisation. Wer kämpft und gewinnt, bekommt ein Preisgeld.

Kampfsportfans freuten sich zuletzt bei der 15. Auflage der "German MMA Championship" auf eine spektakuläre Show mit heißen Fights und knallharter Kampfkunst im Octagon, so nennt man den achteckigen Käfig, in dem die Kämpfe stattfinden. Als Lokalmatador trat Christian Jungwirth gegen David Depannemaecker an. Die ersten Runden im Kampfkäfig bestimmte Jungwirth im Stand und schlug den Schnaittacher gleich zwei Mal zu Boden.

Sieg nach Punkten

Depannemaeker hatte sich dabei die rechte Hand verletzt und schlug fast nur noch mit der Linken. Doch in der dritten Runde überraschte Depannemaecker seinen Gegner und versetzte diesem einen rechten Schwinger, der den erstaunten Jungwirth zu Boden warf. Anschließend konnte er noch einen "Inverted Triangle" (eine Würgetechnik) bei Jungwirth ansetzen. In dieser Stellung endete der Kampf, sein Kontrahent siegte trotzdem nach Punkten.

Wer ist der Schnaittacher, der sich in der Kampfsportart Mixed Martial Arts (MMA) verschrieben hat? In Nordfrankreich geboren, begann David Depannemaecker bereits im Alter von 14 Jahren mit dem französischen Boxen, „weil ich immer der Kleinste in meiner Clique war“, erzählt er. Es folgten bald darauf die Sportarten Boxen, Karate sowie Selbstverteidigung allgemein.

Der 39-jährige Franzose kam der Liebe wegen nach Schnaittach und verdiente sich zunächst ausschließlich als Hausmeister im katholischen Kindergarten seinen Lebensunterhalt. Die Anfänge im Kampfsport erlebte er beim FC Schnaittach mit Karate. Dazu gab er zusammen mit Robert Weller aus Schnaittach als Trainer auch Kurse in der Schnaittacher Mittelschule. Im Februar 2017 eröffnete er dann zusammen mit Mark Pfeiffer eine Kampfsportschule in Eschenau.

Sieben Jahre lang war er Berufssoldat bei den französische Luftstreitkräften. Dort hat er Krav Maga erlernt, ein modernes israelisches Selbstverteidigungssystem, das bevorzugt Schlag- und Tritttechniken nutzt, aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampf beinhaltet. Während seiner Militärzeit hat er auch Boxkurse gegeben und selbst an Boxwettkämpfen teilgenommen. Seit 2008 kämpft Depannemaecker, der sich vegan ernährt, nun bei Mixed Martial Arts in der Profiliga. Sein Motto ist dabei ein Zitat von Nelson Mandela: „Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne.“ 

Udo Schuster

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