Dienstag, 20.11.2018

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Schönberg: Kostenloses Abheben bei gleichen Automaten

Sparkasse und Raiffeisenbank gehen Hand in Hand - 03.06.2016 13:26 Uhr

Freuen sich über die Zusammenarbeit (von links): Jonathan Daniel, Vorstandsmitglied der Sparkasse, und Thomas Geißdörfer, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank. © Kirchmayer


Online-Banking boomt. Rund 60 Prozent der Kunden der Sparkasse Nürnberg nutzen die Möglichkeit, ihre Geldgeschäfte übers Internet abzuwickeln, sagt Vorstandsmitglied Jonathan Daniel. Ähnlich ist es laut seinem Kollegen Thomas Geißdörfer von der Raiffeisen Spar- und Kreditbank auch bei diesem Geldinstitut. Die Folge: Während früher die Kunden am Schalter teilweise Schlange standen, um bedient zu werden, wie es die Finanzexperten schildern, geht es heute in mancher abgelegenen Filiale ähnlich ruhig zu wie im Saloon einer Geisterstadt.

Viele Standorte auch im Landkreis sind deshalb nicht mehr wirtschaftlich und werden in SB-Filialen umgewandelt oder gar geschlossen. So geschehen mit der Sparkassen-Filiale im Laufer Ortsteil Schönberg. Am Dienstag sperrten die beiden Mitarbeiterinnen dort zum letzten Mal auf. Kunden im Ort müssen zur Beratung jetzt ins Laufer Zentrum, in die Geschäftsstelle in der Altdorfer Straße. Wer aber lediglich Geld abheben will, für den hat sich die Situation gleichzeitig verbessert. Denn seit Dienstag steht in der örtlichen Raiffeisen Spar- und Kreditbank am Schönberger Marktplatz ein Geldautomat. Die Besonderheit: Auch Sparkassen-Kunden können ihn kostenlos nutzen. Daneben findet sich jeweils ein Kontoauszugs-Drucker für beide Banken. Neu ist die Idee zwar nicht. Im Kreis Augsburg und auch in Unterfranken gebe es diese Form der Kooperation schon, sagt Daniel. Im Landkreis ist es aber das erste Mal, dass die rivalisierenden Kreditinstitute an einem Strang ziehen.

Und die jeweiligen Vertreter sind hoch zufrieden mit dieser Lösung. „Das ist ganz im Sinne der Kunden“, sagt Geißdörfer und betont, wie beachtlich es sei, dass Konkurrenten sich zusammentun. Man sei über den eigenen Schatten gesprungen. Aus Sicht der Sparkassen-Kunden sei der Automat im Vergleich zur Filiale „sogar eine qualitative Verbesserung“, findet Daniel. Ein Automat statt zwei Mitarbeiterinnen am Schalter sei eine „Anpassung an die Kundenbedürfnisse“. Schließlich könne man jetzt 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Geld abheben. Und die Fahrt ins Laufer Zentrum sei zumutbar. Alle Kunden sollten binnen fünf bis maximal zehn Minuten per Auto zur nächsten Filiale mit Berater gelangen, so die Vorstellung der Sparkasse Nürnberg. Und das sei ja gewährleistet.

Bisping freut sich

Nicht nur die Banker äußern sich positiv. Auch Bürgermeister Benedikt Bisping, der durch sein Amt im Verwaltungsrat der Sparkasse Nürnberg sitzt, ist begeistert. „Ich bin als Bürgermeister sehr dankbar“, sagt Bisping. Der Automat trage zur Lebensqualität der Schönberger bei. Die Lösung dürfe gerne Vorbild für andere Orte in Bayern sein.

Ein Unikat, so viel ist sicher, wird die Kooperation im Landkreis nicht bleiben. Denn sowohl Sparkasse als auch Raiffeisen Spar- und Kreditbank haben bereits abgenickt, dass in ähnlicher Form auch in Neunkirchen verfahren wird: Nur wird dort zu einem noch unbekannten Zeitpunkt die Raiffeisen-Filiale geschlossen. Deren Kunden können dann also den Geldautomaten der Sparkasse kostenlos mitbenutzen.

Einen weiteren Ausbau der Kooperation halten die Banker in Zukunft ebenfalls für vorstellbar: Filialen, die beiden Kreditinstituten gemeinsam Platz bieten. Etwa mit jeweils einem Mitarbeiter. Oder mit tageweise wechselnder Besetzung.

In Schönberg ist das kein Thema. Im Gegenteil. Dass bei weiterem Rückgang der Kunden am Schalter auch die Filiale der Raiffeisen Spar- und Kreditbank schließt, will Geißdörfer nicht ausschließen. 

Andreas Kirchmayer

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