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Donnerstag, 20.09.2018

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„Steirische“ statt Playstation

Tobias Stammler aus Rollhofen spielt auf der Harmonika - und begeistert damit seine Zuhörer - 13.08.2010 09:00 Uhr

Tobias Stammler mit seinen Eltern Katharina und Johann. Der 14-jährige Rollhofener spielt die Steirische erst seit eineinhalb Jahren. Trotzdem hat er schon viele Auftritte überall in der Region. © Andreas Sichelstiel


Von einem Naturtalent berichteten PZ-Leser. Sie hatten beim Tag der offenen Tür im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks einen jungen Musiker erlebt, der Polkas wie die Großen auf der Steirischen spielte. Tobias Stammler hat eben schon seine eigene kleine Fangemeinde.

Dabei besitzt der 14-jährige Rollhofener das Instrument mit den vielen Knöpfen noch gar nicht lange. Erst vor eineinhalb Jahren ist er vom Akkordeon – das Tasten wie ein Klavier hat – auf die typisch süddeutsche und österreichische Form der  „Quetsche“ umgestiegen. „Die hat mehr Bass“, erzählt der Schüler mit einem Lächeln. „Da ist der Klang ganz anders.“

Viel bejubelter Auftritt beim Sommerfest in Neunkirchen

Tobias macht Musik zwar schon seit seinem neunten Lebensjahr, aber erst seit er die Steirische spielt, hat er es zu einiger Bekanntheit gebracht. In Neunkirchen etwa kennt man ihn von einem viel bejubelten Auftritt beim Sommerfest, in Ottensoos hat er beim  „Bunten Abend“ in der Mehrzweckhalle gespielt. Und jetzt also das Studio Franken, wo ihn Egon Helmhagen – vielen als Moderator der Liveübertragung vom Röthenbacher Blumenfest noch ein Begriff – befragt hat.

Dem Achtklässer, der die Kunigundenhauptschule in Lauf besucht, allerdings ist der Rummel um seine Person gar nicht geheuer. Neulich, meint er erstaunt, hätten ihm sogar fremde Leute aus dem Auto heraus zugerufen. Sie kannten seinen Namen. „Den Klassenkollegen gefällt das auch“, sagt er. Zunächst habe er aber schon ein wenig Angst gehabt, von den Gleichaltrigen ausgelacht zu werden.

Idol: die Oberkrainer Heimatbuben

Polkas und „Boarische“ sind eben nicht die typische Musik für 14-Jährige. Tobias jedoch hört sie sogar in seiner Freizeit. Seine Idole sind nicht „Tokio Hotel“ oder „Silbermond“, sondern die „Oberkrainer Heimatbuben“.

Woher er das Talent hat? Mutter und Vater – beide ziemlich stolz auf ihren Spross – spielen kein Instrument. Und eine rechte Antwort auf die Frage haben sie auch nicht. Katharina Stammler jedenfalls zwingt ihren Sohn nicht zum Üben. Das mache der schon von ganz alleine, sagt sie. „Wann er halt Lust hat.“ Unterricht bekommt er von Karl Heinz Leipold, der in Neunkirchen ein Fachgeschäft für Harmonikas hat.

Von Leipold die erste Steirische geliehen

Bei einer Weihnachtsfeier hat der das junge Talent entdeckt und ihm die erste Steirische geliehen. Inzwischen haben seine Eltern dem 14-Jährigen ein eigenes Instrument gekauft, denn schließlich werden die Auftritte immer häufiger. Tobias spielt vor allem bei Hochzeiten oder Geburtstagen.

Das nächste Mal übrigens kann man ihn im November im PZ-Land erleben. Dann ist wieder „Bunter Abend“ in Ottensoos angesagt. Und das Naturtalent ist natürlich mit von der Partie. 

Andreas Sichelstiel

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