Freitag, 20.10. - 07:20 Uhr

|

Urlaubsvertretung aus Afrika in Neunkirchener Gemeinde

Pfarrer Ephrem Dannon half für rund sechs Wochen in St. Otto aus - 02.10.2017 11:06 Uhr

In St. Otto in Lauf feierte Pfarrer Ephrem Dannon aus Benin in den vergangenen Wochen Gottesdienste – er war als Vertretung zum dritten Mal in der Pegnitzstadt. © Sichelstiel


Heimweh? Hat er nicht, sagt der 44-jährige Dannon kurz bevor er die Reise zurück nach Westafrika antritt – mit einem Zwischenstopp in Florenz, wo er gerade an der theologischen Fakultät promoviert. "Ich habe hier alles gefunden", so der Pfarrer, der Französisch, Italienisch und Deutsch spricht.

In Franken fühlt er sich richtig wohl, so wohl, dass er nun schon zum dritten Mal im Seelsorgebereich Lauf, Neunkirchen und Kersbach für einen Sommer aushalf. Er griff den beiden Pfarrern Stefan Alexander und Josef Renner in der arbeitsreichen Ferienzeit unter die Arme und sorgte dafür, dass sich die beiden Geistlichen auch einmal eine Auszeit nehmen konnten. Dannon feierte die Messe ebenso wie die in den Sommermonaten zahlreichen Hochzeiten und Taufen.

Auch Beerdigungen und seelsorgerische Gespräche gehörten zu seinen Aufgaben. Der 44-Jährige, der im Norden Benins lebt und dort an einem Priesterseminar den geistlichen Nachwuchs ausbildet, hat eine Affinität zu Deutschland: Pünktlichkeit und Ordnung nennt er zuerst, wenn man ihn fragt, was ihm an seinem Gastland gefällt, "hier ist alles sehr organisiert".

Nicht genügend Pfarrer in Benin/Westafrika

Vor allem die Sprache hat es ihm aber angetan. "Viele theologische Bücher und Artikel sind auf Deutsch geschrieben", sagt er.  Auch in seinem rund 5000 Kilometer entfernten Heimatland mangelt es, wie in der Bundesrepublik, an Priestern, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: "Die Kirchen sind voll, die Religion ist wie ein Licht für die Menschen dort. Viele Dörfer hätten gerne einen Pfarrer, müssen aber ohne auskommen."

Der Norden Benins ist eine ländliche Region; die meisten Bewohner leben vom Anbau von Feldfrüchten wie Mais oder Maniok. Aber auch Papayas und Mangos wachsen dort. Der demokratisch regierte Staat, der im Osten an Nigeria und im Norden an Burkina Faso grenzt, gehört aber auch zu den weltweit ärmsten Länder. Das erklärt, warum Dannon das Gehalt, das ihm das Erzbistum Bamberg für die Urlaubsvertretung bezahlt, gut gebrauchen kann. Er kauft davon unter anderem Schulbücher und -ausstattung. Zwar gebe es fast überall Schulen, erzählt er, doch "nicht alle Kinder gehen dorthin, denn das kostet Schulgeld". Sie will er unterstützen.

Offenheit für die Weltkirche

Wie er auf Franken kam? Nun, eigentlich wollte Dannon ins Allgäu, wo einer seiner Priesterkollegen ebenfalls im Sommer aushilft. Aber die Bamberger reagierten zuerst auf seine Anfrage, und längst schwärmt er von den vielen netten Begegnungen, die er in Lauf, Neunkirchen und Kersbach erlebe. "Unserer Gemeinde tut dieser Austausch gut, sagt Pfarrer Stefan Alexander, "er öffnet den Blick für die Weltkirche". Mit dem Hans-Bößner-Hilfswerk sind die Laufer Katholiken schon in Afrika aktiv, allerdings im Osten des Kontinents, in Tansania. Alexander kann sich vorstellen, dass das Hilfswerk in Zukunft auch Projekte in Benin unterstützt. Gute Kontakte dorthin gibt es jetzt. 

Andreas Sichelstiel

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neunkirchen