Sonntag, 18.11.2018

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Volkstrauertag: Verdun als Symbol der Versöhnung

Röthenbachs Bürgermeister Hacker: "Nie wieder Krieg, nie wieder Völkermord" - 14.11.2016 14:24 Uhr

Gedenkfeier am Ehrenmal am Heuchlinger Berg mit dem 2. Laufer Bürgermeister Norbert Maschler. © Fischer


In vielen Orten und Ortsteilen traten die Bürgermeister als Trauerredner auf, Gesangvereine und Posaunenchöre umrahmten die Feierstunden und Abordnungen von Feuerwehren oder Kriegervereinen zogen gemeinsam zu den Gedenkstätten.

Vor dem Ehrenmal am Friedhof in Röthenbach fanden sich neben Mitgliedern von Vereinen und Verbänden auch etliche Bürger ein, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt vom Singverein Frohsinn aus Röthenbach und der Stadtkapelle Röthenbach.

In seiner Gedenkrede erinnerte Bürgermeister Klaus Hacker an das unendliche Leid der Menschen, die in den beiden Weltkriegen ihre Liebsten verloren hatten. Er gedachte auch der Mitbürger, die verfolgt und vernichtet wurden, weil sie als Juden, Mitglieder ethnischer Minderheiten oder als Behinderte nicht in das rassistische Bild der Nazis passten.

Der Röthenbacher Bürgermeister Hacker bei seiner Rede am Ehrenmal im städtischen Friedhof. © Brinek


Über 70 Jahre Frieden in unserer Heimat seien keine Selbstverständlichkeit und es brauche ein Datum wie den Volkstrauertag, um daran erinnert zu werden. Hacker appellierte an die Menschen, immer wieder aufzustehen und zu sagen: "Nie wieder Krieg, nie wieder Völkermord, nie wieder Intoleranz, nie wieder Menschenverachtung, nie wieder Vernichtung oder Vertreibung von Menschen oder Völkern anderen Glaubens." Er forderte ein friedvolles, soziales Miteinander mit Achtung und Toleranz gegenüber Mitmenschen, unabhängig von ethnischer Herkunft oder persönlichen Weltanschauungen.

Pastoralreferent Otmar Herzing von der Katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius schilderte anschließend eindrucksvoll die Vertreibung einer Familie aus Pommern im Zweiten Weltkrieg, deren Aufarbeitung der Geschehnisse und das langsame Wiederannähern an die ehemaligen "Feinde". Die Gedenkworte bei der Kranzniederlegung sprach der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Röthenbach Helmut Schödel.

Wohl eine der ersten in der langen Reihe der Gedenkfeiern im PZ Gebiet fand schon um 8.30 Uhr im Schnaittacher Ortsteil Osternohe statt. Der Osternoher Gesangsverein und der evangelische Posaunenchor umrahmten die Gedenkrede vom 1. Bürgermeister aus Schnaittach, Frank Pitterlein. In seiner Rede ging er unter anderen auch auf die aktuellen Kriegsereignisse in Aleppo ein. „Zeit heilt Wunden aber vernünftiger werden die Menschen trotzdem nicht“, sagte Pitterlein und verwies auch auf andere längst vergangene schreckliche Ereignisse in der Welt, die ebenfalls Anlässe zum Gedenken geben sollten.

Die Gedenkfeier in Osternohe mit Bürgermeister Pitterlein. © Schuster


Auch Pfarrerin Dorothee Mann gedachte und betete für die Opfer der Anschläge und Kriege. Den Kranz legten Mitglieder der Feuerwehr zusammen mit dem Bürgermeister unter dem Kreuz am Friedhof nieder. Im Anschluß an die Gedenkfeier folgte der Gottesdienst.

Der zweite Laufer Bürgermeister Norbert Maschler hielt in diesem Jahr die Gedenkrede zum Volkstrauertag im Ortsteil Heuchling. Hier am Südhang des Heuchlinger Berges ist die Gedenkstätte für die Toten und Gefallenen in den Weltkriegen um lichten Buchen und Eichenwald angelegt. Der Blick geht von hier über das Pegnitztal bis zum Moritzberg.

Maschler meinte, dass Verdun trotz aller Opfer auch ein Symbol sein könne, für die Überwindung von Feindschaft zwischen Völkern. Der Frieden, so Maschler sei dabei ein höchst fragiles Gut wie die Syrien, Afghanistan, Irak oder Somalia zeigten. Umso wichtiger sei es, in Europa am Zusammenhalt zu arbeiten, und Populisten keinen Raum zu geben, die für Abschottung und gegen Flüchtlinge eintreten. Er sei stolz darauf, dass sich auch in Lauf Menschen aktiv für eine weltoffene Stadt einsetzen und das Wort "Willkommenskultur" keine leere Hülse bleibe.

Die Gedenkfeier in Heuchling wurde vom Gesangverein und dem "Original des TSV-Spielmannszuges" musikalisch umrahmt. 

bri/us/fi

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