Dienstag, 16.10.2018

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Zwischen Lauf und Hersbruck: Archäologen auf Spurensuche

Prähistorische Funde deuten auf eine Siedlung aus der Eisenzeit hin - 14.04.2016 10:54 Uhr

Ein Team von Archäologen gräbt derzeit direkt an der B 14 (im Hintergrund ist die Abzweigung nach Speikern zu sehen) nach Überresten einer alten Siedlung. Diese stammt vermutlich aus der frühen Eisenzeit von 620 bis 450 vor Christus. Bislang, heißt es, wurden aber nur ein paar Keramikreste entdeckt. © Krieger


Ein Team von Archäologen ist im Auftrag der N-Ergie zugange und untersucht eine rund 20 auf 20 Meter große Fläche neben der Straße auf mögliche prähistorische Funde. Nach aktuellem Stand könnte es sich um eine Siedlung aus der Eisenzeit gehandelt haben.

Ganz überraschend kam die Tatsache nicht, dass nach dem Abtrag der oberen Bodenschicht auf dem Areal dunkle Flecken zutage traten, die auf eine Bebauung aus vorchristlicher Zeit hinweisen. Im Bayerischen Denkmal-Atlas ist an dieser Stelle bereits ein großes Bodendenkmal eingezeichnet. Die Fläche reicht bis in das Gewerbegebiet Bräunleinsberg hinein. Wie das Landesamt für Denkmalpflege in München der Pegnitz-Zeitung bestätigt, war dort vermutlich in der frühen Eisenzeit um 620 bis 450 vor Christus einmal eine menschliche Siedlung gestanden.

Nur ein paar Hundert Meter entfernt liegt das Gräberfeld von Speikern, wo bei Erdarbeiten 1962 das sogenannte Speikerner Reiterlein gefunden wurde, eine Tonfigur, die einen Reiter auf einem Pferd zeigt. Solche Plastiken wurden Verstorbenen in das Grab mitgegeben, um ihn als Angehörigen einer begüterten Reiterkaste auszuweisen.

Einzigartige Tonfigur

In dieser Ausführung ist die Tonfigur das einzige Exemplar, das bislang in Deutschland entdeckt wurde. Eine Kopie des Fundstücks befindet sich im Naturhistorischen Museum in Nürnberg. Die Fundstelle befand sich zwischen der südlich von Speikern verlaufenden Bahnlinie von Nürnberg nach Hersbruck und dem Naturschutzgebiet Seeäcker.

Die zugehörigen Siedlungen der Kelten lagen meist einige Hundert Meter von den Grabstätten entfernt. Insofern hält das Landesamt für Denkmalpflege eine Verbindung zwischen den beiden Arealen für durchaus wahrscheinlich. Konkrete Aussagen dazu ließen sich jedoch erst nach Abschluss der Arbeiten treffen, sagt Pressesprecherin Dorothee Ott. Interessant ist: Siedlungen befanden sich auch damals schon meist neben  wichtigen Handelsrouten.

Zu sehen gibt es derzeit auf dem durch Absperrbänder abgesteckten Areal eher wenig. An gut vier Dutzend Stellen hat das Archäologenteam bislang rund einen halben Meter tief gegraben, gut sichtbar im sandigen Boden sind die dunklen Stellen, die auf mögliche Stützpfeiler von Häusern und anderen Gebäuden aus der Eisenzeit hinweisen. Die Stellen werden von den Archäologen alle sorgfältig vermessen und anschließend kartiert.

Zu Funden hält man sich im Augenblick bedeckt. Ein paar Keramikreste von Gefäßen, mehr gebe es bislang nicht. Das ist auch nicht verwunderlich, hat doch die Flurbereinigung gerade an dieser Stelle vermutlich schon vor Jahrzehnten sehr vieles vernichtet – etwa beim Straßen- und Wasserleitungsbau. Die Arbeiten werden noch voraussichtlich bis Ende nächster Woche dauern, dann ziehen die Archäologen wieder ab. 

Andreas Sichelstiel

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