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Mehrere Luchse im Bayerischen Wald getötet und zerstückelt

Tieren wurde die Pfote abgetrennt - "Krimineller Akt" - 21.05.2015 18:16 Uhr

Treibt im Bayerischen Wald ein Luchs-Hasser sein Unwesen? © Holger Hollemann (dpa)


Unbekannte haben im Bayerischen Wald bis zu vier Luchse getötet. Wie der Landesbund für Vogelschutz und andere Tierschutzverbände am Donnerstag mitteilten, wurden in der vergangenen Woche im Landkreis Cham vier abgeschnittene Vorderbeine von Luchsen gefunden. Diese seien in der Nähe einer Fotofalle eines Luchs-Forschungsprojektes abgelegt worden.

"Ein solcher krimineller Akt ist bislang beispiellos und eine neue Eskalationsstufe der Luchsgegner in der Region", hieß es vom LBV. Die Tierschützer forderten Bevölkerung und Ermittlungsbehörden auf, alles zu tun, um die Täter zu finden. Die Tierschützer erstatteten bereits Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft in Regensburg.

Auch die Polizei in Bad Kötzting ermittelt, denn die Umstände des Fundes an Christi Himmelfahrt legten "eindeutig eine Straftat nahe". Bereits 2012 und 2013 wurden im Bayerischen Wald zwei Luchse vergiftet beziehungsweise erschossen. Die ausgelobten Belohnungen zum Ergreifen der Täter hatten jedoch keinen Erfolg.

"Umweltkriminalität ist kein Kavaliersdelikt"

Mindestens zwei, möglicherweise sogar mehr Luchse seien diesmal illegal getötet worden. Die Tierschützer vermuten, dass die Täter die Beine der Tiere gezielt in die Nähe der Fotofalle legten, damit Projektmitarbeiter sie finden. Sie bezeichneten die Tat als "abscheulich und brutal".

"Umweltkriminalität ist kein Kavaliersdelikt", sagte der LBV-Vorsitzende, Norbert Schäffer. «Wir erneuern angesichts dieses eklatanten Falls unsere Forderung, dass solche Straftaten systematisch erfasst, aufgeklärt und angemessen geahndet werden müssen."

Die Tat stehe möglicherweise in Zusammenhang mit dem Einsatz des LBV für ein Luchsschutzgebiet am Kaitersberg östlich von Bad Kötzting. Hier wurde eine 37 Hektar große Fläche, die Luchse zur Jungenaufzucht und als Rückzugsraum nutzten, als Schutzzone ausgewiesen. 

dpa

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