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Mittelfränkischer Medientag: Ausflug in digitale Welten

Fortbildungsveranstaltung an der Grundschule Zerzabelshof - 22.11.2017 20:45 Uhr

Professor Kerstin Wagner betont in ihrem Vortrag, dass Digitalisierung in der Schule kein Selbstzweck sein darf. © Edgar Pfrogner


Veranstaltet wurde der Lehrermedientag von den beiden Nürnberger Tageszeitungen Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung unter der Schirmherrschaft des bayerischen Bildungsministers Ludwig Spaenle. Medienkompetenz sei wichtig in Zeiten der gezielten Meinungsbeeinflussung durch die Sozialen Netzwerke und den Verlust der Glaubwürdigkeit der Medien, betonte der bayerische Kultusminister. Bei den anwesenden Lehrern stieß er mit dieser Aussage auf große Zustimmung. Doch noch herrscht vielfach große Unsicherheit darüber wie der Umgang mit den digitalen Medien im Unterricht umgesetzt werden kann.

Tafel ohne Kreide

Der Nürnberger Schulbürgermeister Klemens Gsell schaffte zumindest im Bezug auf die technische Ausstattung Klarheit – und sorgte für lange Gesichter bei den Nürnberger Lehrkräften. Denn es werden wohl noch zehn Jahre ins Land gehen, bis alle Nürnberger Schulen über schnelles Internet in allen Klassenzimmern verfügen. Ziel sei die Tafel ohne Kreide machte Gsell klar.

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136 Lehrer aus der Region haben am mittelfränkischen Lehrermedientag teilgenommen - einer Fortbildungsveranstaltung zur digitalen Medienbildung.


"Medienkompetenz ist so viel mehr als nur ein Tablet oder Mobiltelefon bedienen zu können", sagte Moderatorin Petra Nossek-Bock, bevor sie Professorin Kerstin Wagner vorstellte. Wagner ist Leiterin des Kompetenzschwerpunkts "Digitale Strategien" im Schweizerischen Institut für Entrepreneurship der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur.

Ihr Vortrag mit dem Titel "Automatisierung, Roboter, digitale Welten von morgen und wie wir unsere Kinder heute darauf vorbereiten", begeisterte viele der anwesenden Lehrkräfte. Jeder Beruf verliert seinen einfachen Teil, stellte Wagner in den Raum. Im Journalismus werden in naher Zukunft Computer die Nachrichten schreiben. Kreditvergaben und Anlagetipps gibt es schon jetzt via Smartphone-App und der Prozess schreitet fort.

Viele Jobs gibt es bald nicht mehr

Auch in Medizin und Pharmazie übertreffen Maschinen immer dann den Menschen, wenn es um Algorithmen geht. "Die Berufswelt unterliegt einem Wandel, viele Prozesse lassen sich digitalisieren", machte Wagner klar. Viele Jobs wird es nicht mehr geben. Was künftig gebraucht werde, sei kreative und soziale Intelligenz sowie alle Berufe, bei denen Tätigkeiten mit den Händen verübt werden müssen, wie etwa in der Pflege.

Wagner erläuterte, dass die Digitalisierung nicht nur als Segen zu verstehen sei, auch wenn sie in vielen Bereichen das Leben stark vereinfache. Doch durch das Verlassen auf Navigationsgeräte und andere technische Helfer verlieren Menschen in einer Zeitspanne von zehn Jahren Alltagsfähigkeiten, die sie über Jahrhunderte aufgebaut hätten. Die Fähigkeit erlerntes Wissen auf neue Problemfelder zu übertragen werde bei Schülern und Studenten immer schlechter, sagte Wagner. "Uns geht der Weg zum Ergebnis verloren und wir müssen uns fragen, ob der Weg noch das Ziel ist und was das mit uns macht."

Zum jetzigen Zeitpunkt könne keiner sagen, welche Fähigkeiten Kinder in späteren Jobs brauchen. "Sie werden es sich selbst beibringen müssen und wir können nur dafür sorgen, dass sie sich auf diese Zukunft freuen", sagte Wagner. Die Professorin warnte vor einer Digitalisierung zum Selbstzweck. Es sei immens wichtig, Schüler darüber aufzuklären, woher Daten kommen und wie sie von wem verarbeitet werden, nur so könnten Inhalte richtig eingeordnet werden. Auf dem Weg in die digitalen Welten sind offenbar noch viele Fragen offen. 

Michaela Zimmermann

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