Montag, 24.09.2018

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Abstieg des SV Seligenporten unabwendbar

Fußballverein scheitert mit Anzeige gegen den oberbayerischen FC Pippinsried beim Verbandsgericht - 25.05.2018 09:11 Uhr

Das Match Seligenporten-Pipinsried hat nun doch kein Nachspiel. © Linke


Wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mitteilte, hat das Verbands-Sportgericht (VSG) des BFV das Verfahren gegen den FC Pipinsried in Bezug auf die für die Relegation relevanten Spiele eingestellt. Wie berichtet, hatten der SV Seligenporten und der Verbandsanwalt Anzeige gegen den FC Pipinsried erstattet, weil der Klub aus dem Landkreis Dachau gleich mehrfach Spieler eingesetzt haben soll, die kein Mitglied beim FC Pipinsried seien und daher auch in der Regionalliga Bayern nicht spielberechtigt gewesen wären

Wie es von Seiten des BFV heißt, sah das VSG unter Vorsitz von Oskar Riedmeyer in der fast siebenstündigen mündlichen Verhandlung am Mittwochabend nach Anhörung von Zeugen und Auswertung der vorgelegten Beweise keine Anhaltspunkte für den Einsatz von nicht spielberechtigten Spielern. Das VSG gehe davon aus, dass bereits der wirksame Aufnahmeantrag den Passantrag zulasse, wenn die vom Verein nach der Satzung zu erfüllenden Aufnahmeschritte später erfolgen. Diese wurden bei den in den Spielen eingesetzten Spielern vollzogen, so die Sportrichter.

Laut Walter Eisl, Vorstandsvorsitzender des SV Seligenporten, gab es bei der Verhandlung im Allgemeinen und bei den Zeugenaussagen im Besonderen aus seiner Sicht ein paar Ungereimtheiten. So wundert sich Eisl beispielsweise, dass der FC Pipinsried die Aufnahmeanträge der betreffenden Spieler zwecks digitaler Speicherung eingescannt und dann vernichtet haben will — üblich im Vereinswesen ist es, die unterschriebenen Originale zumindest einige Jahre aufzuheben. Auch flossen in einigen Fällen nachweislich keine Mitgliedsbeiträge. Beim FC heißt es dazu, aktive Spieler würden von solchen Abgaben generell freigestellt – "in den uns gezeigten Aufnahmeanträgen war aber der ganz normale Jahresbeitrag angekreuzt", sagt Walter Eisl.

Eisls Vermutung: Im Falle eines Schuldspruches hätte die zurückliegende Regionalliga-Saison neu aufgerollt werden müssen, "und das wollte der BFV nicht, denn das hätte einen wahren Rattenschwanz nach sich gezogen", ist Eisl überzeugt. Also habe man das "kleinere Übel gewählt" und sich vom FC Pippinsried "vorführen lassen", schimpft Walter Eisl.

Aufnahmeantrag ungeklärt

Hinsichtlich des Spiels FC Pipinsried gegen VfR Garching vom 12. Mai konnte der Aufnahmeantrag des dort eingesetzten Spielers noch nicht geklärt werden, die Abschlusstabelle bleibt zunächst vorläufig. Der Ausgang dieses Spiels habe jedoch auf die Relegation keinen Einfluss, betonte das Sportgericht. "Eine Bestrafung mit Wirkung für die neue Saison bleibt allerdings noch möglich", heißt es. Eisl meint dazu, dass der SV Seligenporten einen von den Oberbayern eingesetzten Spieler als Zeugen benannt hätte, der im Gespräch vorab "Stein und Bein geschworen" habe, niemals einen Mitgliedsantrag vorgelegt bekommen zu haben – und der dann gar nicht ge- beziehungsweise verhört wurde.

Nachdem der Fall gleich in höchster Instanz vom Verbandsgericht verhandelt wurde, gibt es gegen das Urteil keine Einspruchs- oder Revisionsmöglichkeit mehr. Der SV Seligenporten erwägt nun nach den Worten Walter Eisls, zeitnah eine Zivilklage einzureichen. So lange nichts final entschieden ist, mag Eisl sich auch nicht zur sportlichen Zukunft äußern.

Die Relegation zur Regionalliga Bayern startet wie geplant am Freitag — ohne den SV Seligenporten. Die SpVgg Oberfranken Bayreuth trifft dabei auf den TSV Aubstadt, der FC Memmingen bekommt es mit dem TSV Rain/Lech zu tun. Beide Regionalligisten treten zunächst auswärts an. Die erste Relegationsrunde findet am Freitag, 25. Mai (18.30 Uhr, Hinspiele) und Montag, 28. Mai (Rückspiele) statt. Sollte der TSV 1860 München den Sprung in die 3. Liga schaffen, wären die beiden Sieger der ersten Runde für die Regionalliga Bayern qualifiziert, die Verlierer spielen in der Saison 2018/19 in der Bayernliga.

Für den Fall, dass sich die Münchner Löwen in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga nicht gegen den 1. FC Saarbrücken durchsetzen, würden die Sieger der ersten Runde in Hin- und Rückspiel (31. Mai/3. Juni) in der zweiten Runde um den letzten freien Platz der Regionalliga Bayern spielen. 

nn

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