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Army-Beschäftigte streiken in Hohenfels

Rund 100 Zivilbeschäftigte des Truppenübungsplatzes gingen in Parsberg auf die Straße - 26.09.2017 10:24 Uhr

Mit Transparenten zogen etwa 100 Zivilbeschäftigte des Truppenübungsplatzes Hohenfels durch Parsberg. Sie fordern mehr Gehalt. © Foto: Werner Sturm


Rund 2500 im Freistaat lebende Frauen und Männer arbeiten als Zivilbeschäftigte an Standorten der internationalen Streitkräfte in Bayern. Bundesweit liegt die Zahl der Zivilbeschäftigten bei etwa 12 000 bis 13 000. Rund 500 in der Region wohnende zivile Mitarbeiter sind derzeit im Joint Multinational Nadines Center der US-Armee in Hohenfels beschäftigt. Gut 100 davon hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen.

Die quittierten ganztägig ihren Dienst und trafen sich schon in aller Frühe auf dem großen Parkplatz eines Discounters in Parsberg. Schwerpunkte der Aktionen war der handwerkliche Bereich im Übungsplatz, darunter unter anderem die Küche, Reparaturen, Instandhaltung oder die Ersatzteilausgabe. "Die Arbeitgeber sollen den Streik schließlich auch spüren", sagte Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner vom Verdi Bezirk Oberpfalz.

Vier zu wenig

Hintergrund des Streiks sind laut Birner die derzeit laufenden Tarifverhandlungen für die Zivilbeschäftigten, bei denen die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 100 Euro für alle, fordert. Die Arbeitgeberseite ist dieser Forderung bisher mit einem Angebot von etwa einem Prozent begegnet. "Das Angebot ist völlig unzureichend, um den Anschluss an die Lohnentwicklung nicht zu verlieren", sagte die Gewerkschaftssekretärin und rief den Streikenden zu: "Ein Prozent sind vier zu wenig. Wir wollen, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird und das muss sich im Geldbeutel niederschlagen."

Ausgestattet mit Gewerkschaftsfahnen und Plakaten mit der Aufschrift "Give me five", mit weißen Streikwesten, auf denen "Wir sind es wert" stand und unter ohrenbetäubenden Lärm aus Trillerpfeifen machten sich die Zivilbeschäftigten auf den Weg durch Parsberg. Vorneweg stand in dicken Lettern auf einem Banner der Satz: "Kämpferisch und unbequem, unsere Lösung für´s Problem." Über die Dr.-Schrettenbrunner-Straße, die Dr.-Boecale-Straße und die Lindlbergstraße führte der Protestzug zum Streiklokal im Sportheim an der Hatzengrün. Mit dabei war neben der Gewerkschaftssekretärin unter anderem die Betriebsratsvorsitzende Christa Meier-Mühlbach. In Berlin hatte sich zu nächtlicher Stunde Verdi-Verhandlungsführer Tobias Schürmann mit der Bahn auf den Weg nach Parsberg gemacht. Im Sportheim rief er der Versammlung zu: "Bayern ist in Sachen Ganztages-Streiks einsame Spitze. Das ist gut so und ein notwendiges Zeichen an die Arbeitgeber. In klaren Worten verdeutlichte Schürmann die Forderungen nach mehr Geld. Applaus gab es für Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer, der den Wunsch der Zivilbeschäftigten nach einer Einkommenserhöhung nicht nur nachvollziehen konnte, sondern auch unterstützte. "Man kriegt nur gute Mitarbeiter, wenn man diese auch ordentlich bezahlt", sagte er.

Die Tarifverhandlungen mit Vertretern aus dem Bundesfinanzministerium und den Stationierungsstreitkräften finden dieser Tage in Bonn ihre Fortsetzung. 

VON WERNER STURM

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