Montag, 19.11.2018

|

Baustellen auf der A3 sorgen für mehr Unfälle

Statistik der Autobahnpolizei Parsberg für 2017 mit traurigem Plus — Zwei Tote und 93 Verletzte - 27.04.2018 16:00 Uhr

Mehr Unfälle als im Vorjahr sind in der Statistik der Autobahnpolizei Parsberg für das Jahr 2017 verzeichnet. Hier hat es auf der A 3 auf der Höhe der Jura-Raststätte Velburg gekracht. © Archivfoto: Wolfgang Fellner


Die Autobahnpolizeistation Parsberg betreut eine Strecke von rund 50 Kilometern auf der Autobahn A 3, zwischen den Anschlussstellen Oberölsbach und Laaber. Zum letzten Mal vor seiner Pensionierung Ende Mai hat der Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Manfred Forster, die Jahresstatistik der Autobahnpolizeistation vorgelegt.

Dabei musste er berichten, dass die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in den beiden vergangenen Jahren von 391 auf 658 angestiegen ist, das sind 68,2 Prozent. "Die steigenden Unfallzahlen sind vor allem auf die großen Baustellen in diesem Autobahnbereich zurückzuführen", sagte Forster und nannte den Ausbau der Geigerhaid-Brücke bei Parsberg als Beispiel.

Auch die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind um 29,2 Prozent auf 53 angewachsen. Die Polizeibeamten hatten zwei tote und 93 verletzte Personen zu vermelden Im April erlag eine Beifahrerin, die bei einem Unfall am Rödelberg bei Pilsach aus dem Fahrzeug geschleudert wurde, ihren schweren Verletzungen. Im Oktober starb ein Motorradfahrer bei einem Unfall am Granswanger Berg bei Parsberg.

Abstand ist wichtig

Die Verkehrsunfälle mit schwerwiegendem Sachschaden nahmen im letzten Jahr von 92 auf 110 zu. Ein Großteil der Unfälle waren Kleinunfälle. Deren Anzahl betrug 495 (Vorjahr 404). Hauptunfallursachen waren laut Forster Fehler beim Überholen und beim Nebeneinanderfahren, ungenügender Sicherheitsabstand sowie nicht angepasste Geschwindigkeit.

"Im Baustellenbereich gilt beim Überholen ein Sicherheitsabstand von einem Meter und daran halten sich leider viele Verkehrsteilnehmer nicht", so der Dienststellenleiter.

Manfred Forster, Dienststellenleiter der Autobahnpolizei Parsberg. © F.: W. Sturm


Die Beamten der APS Parsberg kontrollierten in 2017 insgesamt 6418 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (3618 LKW und 2800 Anhänger). 1128 davon mussten beanstandet werden, 143 inländische und 985 ausländische. Die häufigsten technischen Mängel waren Beanstandungen am Kontrollgerät, der Bremsanlage und der Elektrik.

896 Verstöße nach der Straßenverkehrsordnung und nach der Straßenverkehrszulassungsordnung wurden verfolgt. Die häufigsten Anzeigen waren hier wegen Gewichtsverstößen, Ladungssicherungsverstößen, Nichteinhalten des Lkw-Überholverbotes, Sonntagsfahrverbot sowie Gurt- und Handyverstößen zu fertigen. Bei 537 der beanstandeten Kfz-Führer handelt es sich um Ausländer. 588 Verstöße gegen die Fahrpersonalverordnung, sprich: gegen die Lenk- und Ruhezeiten, waren zu bearbeiten. Wegen fehlender Papiere und Unterlagen gab es 90 Anzeigen nach dem Güterkraftverkehrsgesetz und dem Gefahrgutrecht.

123 Delikte gab es im Bereich Tiertransporte, Umweltschutz und Ad-Blue. Dazu Forster: "Die Geschichte mit Ad-Blue wurde erstmals von der APS Parsberg aufgedeckt und auch bundesweit gesteuert. Die Manipulationen an Ad-Blue-Tanks in den Lkw führen dazu, dass für die Fahrzeuge eine Maut für die Kategorie Euro 6 bezahlt wird, die Fahrzeuge aber tatsächlich mit geringeren Euronormen unterwegs sind und damit zu wenig zahlen." Zwischenzeitlich würden diese Verstöße vom Bundesamt für Güterverkehr verfolgt, die gefahrenen Kilometer werden nachberechnet, so Forster.

Eine Vorreiterrolle hat die APS Parsberg auch beim Aufdecken von Manipulationen an digitalen Kontrollgeräten. Hier sind Beamte in ganz Deutschland unterwegs und halten Schulungen bei Verkehrsdienststellen.

2017 bearbeitete die APS Parsberg insgesamt 228 Kriminalstraftaten, wie gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Nötigung, Dieseldiebstahl oder Fahren ohne Fahrerlaubnis; ein Zuwachs von 25,2 Prozent. 57 Delikte waren Tankbetrügereien. 14 Fahrer wurden wegen zu viel Alkohol im Blut angezeigt. Daneben wurden fünf folgenlose Drogenfahrten festgestellt und die jeweiligen Fahrer angezeigt. Die APS-Beamten begleiteten 2017 insgesamt 384 Schwertransporte, in 764 Einsatzstunden.

Probleme mit Gaffern

Erfreulich ist laut Forster, dass sich die Situation beim Bilden von Rettungsgassen deutlich gebessert hat. "Hier scheinen die hohen Bußgelder von 200 Euro aufwärts zu greifen", sagte er. Dagegen wird das Problem mit Gaffern, Handy-Filmern und Schaulustigen bei Unfällen größer.

Verbesserungen könnte hier ein Pilotprojekt mit Filmüberwachung mit sich bringen. Abschließend hob der Dienststellenleiter die hervorragende Zusammenarbeit mit den Polizeiinspektionen Parsberg, Neumarkt und Nittendorf hervor, die man zusammen 221 Mal unterstützt hat.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


  

WERNER STURM

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Parsberg