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Bischof schwört auf bayerische Verfassung

Neuer Regensburger Oberhirte legt Eid vor Ministerpräsident Seehofer ab — In Konkordaten geregelt - 12.01.2013 09:15 Uhr

REGENSBURG/MÜNCHEN  - Der künftige Bischof von Regensburg hat am Freitag den Eid auf die Verfassung des Freistaates Bayern geleistet. Er verstehe seinen Dienst als Bischof nicht nur allein auf die katholische Kirche bezogen, sondern als Dienst für alle Menschen, unabhängig von ihrer Konfessions- und Religionszugehörigkeit, sagte Rudolf Voderholzer in seiner Rede vor der bayerischen Staatsregierung in München.

Hand auf die Verfassung des Freistaaates: Der neue Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, wurde im Prinz-Carl-Palais in München von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) vereidigt.
Hand auf die Verfassung des Freistaaates: Der neue Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, wurde im Prinz-Carl-Palais in München von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) vereidigt.
Foto: Benno Schwinghammer/dpa
Hand auf die Verfassung des Freistaaates: Der neue Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, wurde im Prinz-Carl-Palais in München von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) vereidigt.
Hand auf die Verfassung des Freistaaates: Der neue Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, wurde im Prinz-Carl-Palais in München von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) vereidigt.
Foto: Benno Schwinghammer/dpa

An den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) gerichtet sagte der 53-Jährige im Prinz-Carl-Palais: „Ich werde als Bischof Ihr Partner sein, wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und dem Wohl der Menschen in diesem Lande zu dienen.“

Der Eid auf die bayerische Verfassung ist in zwei Staatskirchenverträgen geregelt: dem so genannten Konkordat zwischen Vatikan und Bayern von 1924 und dem Konkordat zwischen Vatikan und Deutschland von 1933. Bevor die Kirchenleitung in Rom einen neuen Bischof ernennt, muss sie sich bei der Staatsregierung vergewissern, dass keine politischen Bedenken gegen den Kandidaten vorliegen.


Der Text des Treueeides lautet folgendermaßen: „Vor Gott und auf die heiligen Evangelien verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“

Allein der Papst bestimmt

Das im Jahr 1924 abgeschlossene Konkordat regelt auch, dass allein der Papst bestimmt, wer Bischof eines bayerischen Bistums wird: „In der Ernennung der Erzbischöfe und Bischöfe hat der Heilige Stuhl volle Freiheit“, so der genaue Wortlaut in Artikel 14.

Der Papst bekommt aber Entscheidungshilfen in Form einer Vorschlagsliste des jeweiligen Domkapitels. Auch alle anderen bayerischen Bischöfe und Domkapitel schicken alle drei Jahre automatisch eine Liste mit geeigneten Kandidaten nach Rom.

Wie berichtet, hatte Papst Benedikt XVI. den Trierer Dogmatikprofessor Rudolf Voderholzer am 6. Dezember zum 78. Oberhirten der gut 1,2 Millionen Katholiken im Bistum Regensburg ernannt. In gut zwei Wochen, am 26. Januar, wird der 53-Jährige im Regensburger Dom St. Peter geweiht.

Der in München geborene Voderholzer war lange Jahre wissenschaftlicher Assistent des ehemaligen Bischofs von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller. Dieser war zum Präfekten der Glaubenskongregation in Rom und zum Erzbischof ernannt worden. Voderholzer leitet zudem seit einigen Jahren das Institut Papst Benedikt XVI., das die Werke Joseph Ratzingers herausgibt.

  

dpa


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