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Bögl schickt mobile Windkraft-Produktion nach Thailand

In 262 Containern finden sich Maschinen für hohe Windkraftanlagen - 01.10.2017 06:25 Uhr

Insgesamt 262 Container mit circa 3500 Tonnen Material werden verschifft und sollen bis Mitte November in Thailand eintreffen. © Foto: Max Bögl Wind AG


Die Energiewende weltweit voranbringen, erneuerbare Energien weiterentwickeln und dabei die lokale Wertschöpfung erhöhen: Das waren die Ideen hinter der Entwicklung einer mobilen Fertigung.

Seit Mitte August werden täglich zehn Container vom Max Bögl-Firmengelände in Sengenthal in der Oberpfalz über Nürnberg und Rotterdam ins 17 000 Kilometer entfernte Huai Bong, gut 260 Kilometer nordöstlich von Bangkok, transportiert. Dort wird bis Februar 2018 die erste mobile Fertigung für Hybridturm-Systeme der Welt entstehen. Insgesamt 90 Hybridtürme für den Windpark Korat Wind Farm, Thepharak District, soll die Max Bögl Wind AG bauen – mit lokalen Ressourcen und Arbeitskräften, aber in einer Qualität wie im Stammwerk in Sengenthal.

Mobile Fertigung

"Um die weltweite Nachfrage an Windkraftanlagen mit Nabenhöhen zwischen 130 und 180 Metern bedienen zu können, haben wir das Konzept der mobilen Fertigung entwickelt", erklärt Josef Knitl, Vorstand Max Bögl Wind AG, die Neuheit. Windparks in Europa werden mit Hybridturmsystemen aus der Produktion in Sengenthal und Osterrönfeld beliefert.

International geht das Unternehmen einen anderen Weg: Am Windkraftanlagenstandort entsteht ein mobiles Fertigungswerk, das die Produktion der Betonelemente mit lokalen Arbeitskräften und lokalen Materialien übernimmt. Das sorgt für Wertschöpfung vor Ort, ermöglicht den günstigen Einkauf von Rohstoffen und belastet die Infrastruktur deutlich weniger als etliche Schwertransporte. Die hohen Qualitätsstandards der Werksfertigung werden in der mobilen Fabrik beibehalten, da das Equipment und die Prozesse aus sieben Jahren Erfahrung in der Herstellung der Betonsegmente lediglich adaptiert und nur auf die neuen Fertigteilgrößen angepasst werden mussten. Die CNC-bearbeiteten Betonsegmente sind in der mobilen Fertigung kleinteiliger. Damit hat Max Bögl einen Weg gefunden, ihr Hybridturm-System weltweit und unter Beibehaltung hoher Qualitätsstandards anzubieten.

Logistische Meisterleistung

Um aber eine komplette Hybridturmfertigung in Containern rund um die Welt schicken zu können, war einiges an Vorarbeit zu leisten. "Uns war schnell klar, dass wir die stationäre Fertigung nicht einfach verpacken und verschicken konnten. Für jedes Teil musste eine individuelle logistische Lösung gefunden werden", so Matthias Karasch, Bauingenieur bei der Max Bögl Wind AG. Insgesamt 262 Container mit circa 3500 Tonnen Material sollen bis Mitte November in Thailand eintreffen. Vor Ort angekommen, werden die einzelnen Teile zur mobilen Fertigung zusammengebaut. Rund 25 Angestellte aus Sengenthal begleiten die Fabrik, die restlichen Arbeitskräfte werden vor Ort eingestellt.

Mit dem Max Bögl-Hybridturmsystem lassen sich inzwischen Höhen von bis zu 180 Metern Nabenhöhe wirtschaftlich realisieren. Möglich macht das eine neue Technologie mit einer einzigartigen Kombination aus Betonfertigteilen und Stahlelementen. Der Turm besteht aus einem Ortbetonfundament und darauf aufbauend 60 bis 100 Meter Betonelementen in einer modularen Bauweise. Die Betonelemente lassen sich nach einem Baukastensystem zu Betontürmen unterschiedlicher Höhen und Geometrie kombinieren. Kundenspezifisch und je nach statisch-dynamischen Anforderungen der Anlagen werden einzelne Turmtypen passgenau ausgelegt.  

nn

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