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„Das ist kein riskantes Finanzprodukt“

Steigende Preise, niedrige Zinsen: Was für eine Immobilie in Neumarkt sprechen könnte - 02.02.2013 10:00 Uhr

NEUMARKT  - Die vermeintlich sichere Investition in eine Immobilie in Neumarkt ist gar nicht so leicht: Der Markt kann nach Einschätzung des Sparkassen-Immobilienzentrums die Nachfrage nach eigenen vier Wänden nicht vollständig befriedigen.

Die Sparkassen-Immobilienexperten beobachten den Trend, dass die Eigentümer gebrauchter Wohnungen und Häuser eine eher abnehmende Neigung haben, sich von ihren Objekten zu trennen — aus den gleichen Gründen, warum sich Kaufinteressenten darum bemühen: Sie versprechen eine ordentliche Rendite von 3,5 bis fünf Prozent und gelten als sichere Geldanlage mit der Aussicht auf langfristige Wertsteigerungen.

Schnell vom Markt


Egal, ob zur Altersvorsorge oder als Geldanlage: Immobilien sind unter den Bundesbürgern derzeit besonders gefragt.
Egal, ob zur Altersvorsorge oder als Geldanlage: Immobilien sind unter den Bundesbürgern derzeit besonders gefragt.
Foto: ddp
Egal, ob zur Altersvorsorge oder als Geldanlage: Immobilien sind unter den Bundesbürgern derzeit besonders gefragt.
Egal, ob zur Altersvorsorge oder als Geldanlage: Immobilien sind unter den Bundesbürgern derzeit besonders gefragt.
Foto: ddp

Einerseits „stehen weniger gebrauchte Immobilien zum Verkauf“, beobachtet Torsten Walter von der Sparkasse. „Die liegen keine sechs Monate in den Büchern oder stehen im Internet, sie werden relativ schnell vom Markt weggekauft.“ Andererseits kommen die Bauträger und Investoren nicht nach, obwohl wegen des Nachholbedarfs der „Neubaubereich deutlich angezogen hat“, so Walters Kollege Ferdinand Ernst.

Unter dem Strich könne die aktuelle Neubautätigkeit den Mangel an gebrauchten Immobilien nicht wettmachen, heißt es bei der Sparkasse. Deshalb wundern sich die Fachleute nicht über entsprechende Marktreaktionen: In den vergangenen drei Jahren seien die Immobilienpreise in der Stadt Neumarkt um rund 15 Prozent gestiegen.


Dem entsprechen dann auch Zuschläge bei den Mieten: Über einen längeren Zeitraum seien diese bei sechs Euro Quadratmeter-Kaltmiete ziemlich stabil gewesen, um nun aktuell bei sieben bis 8,50 Euro angelangt zu sein. Perspektivwechsel: Wer steigende Mieten bezahlen muss, der verspürt einen Anreiz, sich eine eigene Behausung anzuschaffen, wenn es der Geldbeutel hergibt.

Mit welcher Preisentwicklung werden die potenziellen Käufer in den nächsten Jahren im Neumarkter Raum konfrontiert werden? Ferdinand Ernst von der Sparkasse glaubt an einen „Nachfrageüberhang“ in der nächsten Zeit und leicht steigende Preise, ohne dass sich vielleicht eine ungesunde „Blase“ auf dem Immobilienmarkt bildet. Torsten Walter: „Immobilien in Neumarkt sind kein riskantes Finanzprodukt.“

Gleichzeitig werden viele Anleger im Moment durch „historisch niedrige Zinsen“ angelockt. Die Neumarkter Sparkasse nennt einen aktuellen Zinssatz von rund 2,6 Prozent mit zehnjähriger Bindung. Außerdem reiche die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) besonders günstige Darlehen bis zu 50000 Euro für energetische Maßnahmen bei Neubauten mit 1,4 Prozent Zinsen aus.

„Kirche im Dorf gelassen“

Angesichts der Prognose der Banker muss sich das Publikum zumindest mit Blick auf das Zinsniveau nicht unter Zeitdruck setzen lassen: Die Experten äußern die Überzeugung, dass höhere Prozentsätze erst einmal nicht in Sicht sind. Auch das ist kein unwichtiges Signal für potenzielle Immobilienkäufer: Bei der geforderten Eigenkapitalquote hätten die Banken bisher „finanzierungsseitig die Kirche im Dorf gelassen“. Sprich: Die Kreditnehmer mussten nicht unbedingt mehr Geld aus der Schatulle mitbringen, um ein Betongold-Darlehen zu bekommen.

Die regionale Marktanalyse der Immobilienexperten der Sparkasse besagt, dass in der Stadt Neumarkt die höchsten Preise realisiert werden. Das heißt nicht, dass die kleineren Landkreis-Gemeinden ein Schnäppchen-Terrain mit unattraktiven Lagen sind. Faustregel: Je besser die Anbindung zu Neumarkt, je größer die Gemeinde und je besser die Infrastruktur ist, desto leichter zieht die Kommune auf dem Immobilienmarkt mit Neumarkt gleich.

Satte Zuwächse

Das Immobilienzentrum der Sparkasse Neumarkt-Parsberg hat im vergangenen Jahr Objekte im Gesamtwert von 26,5 Millionen Euro vermittelt. Das war gegenüber dem Jahr 2011 ein Plus von 28,4 Prozent. Unter den 73 bayerischen Sparkassen rangieren die Neumarkter auf Platz 16. 

WOLF-DIETRICH NAHR


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