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Das Schulleben beleuchtet

Han‘s Klaffl brachte die Besucher im Reitstadel mit lustigen Anekdoten zum Lachen - 28.01.2013 10:40 Uhr

NEUMARKT  - Es soll Schulleiter geben, die lassen zur Einstimmung einer Lehrerkonferenz Ausschnitte aus Han‘s Klaffls Programmen einspielen.

Begeisterte mit seiner Brachialrhetorik: Han‘s Klaffl im Reitstadel.
Begeisterte mit seiner Brachialrhetorik: Han‘s Klaffl im Reitstadel.
Foto: Meyer
Begeisterte mit seiner Brachialrhetorik: Han‘s Klaffl im Reitstadel.
Begeisterte mit seiner Brachialrhetorik: Han‘s Klaffl im Reitstadel.
Foto: Meyer

Der Wiedererkennungseffekt und die Lacher sind groß, die Konferenz gerettet. Bei seinem zweiten Programm „Restlaufzeit – Unterrichten bis der Denkmalschutz kommt“ sind nicht nur die vier Grundtypen dabei, sondern auch der Hausmeister Grantinger darf sich mit einmischen. Als dieser patrouilliert Klaffl im Blaumann nach der Pause durch den schon lange ausverkauften Reitstadel und er sieht die Bescherung – nein, nicht zuerst in den Klassenzimmern, sondern im Lehrerzimmer. Dort türmt sich alles Mögliche und es schaut dort nicht besser aus als bei den Schülern.

Der Hausmeister musste in seinem Kiosk in sein Sortiment Soja-Brätlinge aufnehmen – auf Anregung des Elternbeirats. Doch auf denen bleibt er sitzen. Die Schüler verdrücken sich lieber an den Pizza-Stand oder die Döner-Bude.


Der 62-jährige Kabarettist, selber noch als Musiklehrer in Teilzeit im Dienst, beobachtet Schüler und Kollegen genau und pickt sich seine Themen heraus, den Umgang mit den Medien, den Wandertag, den Feueralarm, den Personalausflug oder die Zeugnisbemerkungen.

Dabei wechselt der Musikkabarettist immer wieder ans Klavier oder den Kontrabass, mimt Lehrertypen, dieses Mal vorwiegend Gmeinwieser mit seiner Brachialrhetorik oder den ängstlich-depressiv wirkenden Gütlich oder er fläzt sich breitbeinig auf den Stuhl als obercooler Teenie. Die Lehrer sind gealtert, jeder bringt ein anderes Leiden mit.

Mit den Medien tut sich der Lehrer schwer , schließlich gibt es ja sieben Möglichkeiten, wie man eine Folie auf den Overhead-Projektor legen kann. Die Methode „trial and error“ greift hier, nach der übrigens schon seit Jahrzehnten bayerische Schulpolitik praktiziert wird. Starker Beifall, schließlich sitzen viele Lehrer im Saal. Bei der Powerpoint-Präsentation werden alle technischen Raffinessen ausgeschöpft, bis schließlich nach zwei Minuten endlich das Wort „Einleitung“ erscheint. Benotet werden nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer. Der Gmeinwieser denkt sich, wenn der Chef-Besuch im Unterricht ansteht „Lieber 45 Minuten geschämt als ein Jahr vorbereitet“. Die Zeugnisbemerkungen für die Schüler sind verklausuliert und lassen sogar das Fach des Lehrers erkennen. „Eine Insolvenz war nicht mehr zu vermeiden“, formuliert der Wirtschaftslehrer ein nicht bestandenes Schuljahr.

Ziel des Wandertags – genauso wie übrigens des Personalausflugs – ist nach endlosen Diskussionen dann wie immer der Biergarten von Andechs. Spott und Satire gehören dazu.

Ein Herz für die Schüler zeigt Klaffl bei seiner letzten Nummer. Wie es in der Schülerseele vor dem Abitur aussieht, demonstriert er am Kontrabass mit einem nicht enden wollenden Schwall an Fachbegriffen aus allen möglichen Unterrichtsfächern.

Und da sage noch einer, nach höchst vergnüglichen zweieinhalb Stunden, Frontalunterricht sei etwas von gestern. 

FRANZ XAVER MEYER


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