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Deinschwanger Filialkirche feiert Weihe-Jubiläum

St. Martin hat 300 Jahre überdauert — Historie ist noch viel länger - 15.09.2017 09:59 Uhr

Wenn diese Steine sprechen könnten, sie würden wohl einiges erzählen. © F.: Braun


Los geht es um 9.50 Uhr mit einem Kirchenzug vom Dorfplatz zur Kirche. Neben den Gemeindemitgliedern werden auch Vereine und Ehrengäste erwartet. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst mit Domdekan Willibald Harrer (Eichstätt) und Pfarrer Gerhard Ehrl (Lauterhofen). Zum Abschluss sind Ansprachen von Staatssekretär Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und Bürgermeister Ludwig Lang geplant.

Eine Kirchenführung ist um 11.30 Uhr vorgesehen. Ab 12 Uhr gibt es einen Mittagstisch im Gasthaus Sichert in Ballertshofen. Um 14 Uhr findet eine Dankandacht in St. Martin mit Kaplan P. Sunil Ekka statt.

Zum Jubiläum kommt außerdem ein Kirchenführer heraus, der bereits am Sonntag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Gasthaus Sichert in Ballertshofen von Kreisheimatpfleger Rudi Bayerl und der Kirchenverwaltung vorgestellt wird.

Das Gotteshaus war am 8. Oktober 1717 geweiht worden. Heute ist St. Martin, zu der auch ein Friedhof gehört, eine Filialkirche der Pfarrei Traunfeld (St. Willibald), pro Woche finden dort eine Sonntags- und eine Werktagsmesse statt.

Merowinger und Raubritter

Eng verwoben ist die Kirche mit der wechselhaften Geschichte des Ortes: Die erste St. Martinskirche (dem Patron der Franken unter Karl dem Großen), existierte bereits vor mehr als 1200 Jahren, vermutet man.

Taginoswank, wie Deinschwang damals hieß, lag an einer alten Heer- sowie Handelsstraße der Merowinger und Franken, die von Regensburg über Lauterhofen nach Forchheim führte.

Vor rund 600 Jahren zerstörten Raubritter aus dem Nürnberger Umland dann eine Steinkirche in Deinschwang. Ulrich der Stromer von der Rosen, ein reicher Nürnberger Kaufmann, ließ St. Martin daraufhin im gotischen Stil wieder aufbauen.

Immer wieder zerstört

Doch lange sollte der Bau nicht halten: Gut 100 Jahre später (Pfalzgraf Otto II. von Pfalz-Mosbach-Neumarkt hatte Deinschwang übernommen und dort ein Jagdschloss errichtet) brannte der Nürnberger Hans Tucher im Landshuter Erbfolgekrieg mit seinen Schergen das Schloss, die Kirche und das ganze Dorf Deinschwang nieder.

Die Kirche wird erneut aufgebaut, 50 Jahre später nehmen die Pfalzgrafen den lutherischen Glauben an und werden später calvinistisch: St. Martin wird damit zu einer protestantischen Kirche. Doch erneut wurde das Gotteshaus angegriffen: Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) zerstören schwedische Truppen 1632/33 das Jagdschloss, die Kirche und das Dorf. St. Martin wird damit zwar wieder katholisch, ist aber bis auf den Turm nur noch eine Ruine.

Vor rund 300 Jahren nahm sich dann die Forstmeisterfamilie Kandler der Kirche an und am 8. Oktober 1717 weihte Weihbischof Johann Adam Nieberlein von Eichstätt die Kirche St. Martin. Im Laufe der Zeit erhielt das Gotteshaus schließlich seine jetzige Inneneinrichtung und sein heutiges Aussehen.  

nn

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