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Florian, Sie kamen 2005 nach Seligenporten. Es folgte der Aufstieg in die Bayernliga, die Qualifikation für die Hauptrunde des DFB-Pokals, zuletzt der Gewinn der Bayerischen Hallenmeisterschaft. Ist die Qualifikation für die Regionalliga die logische Fortsetzung und nur noch Formsache?
Florian Schlicker: Nein, reine Formsache ist das sicherlich nicht. Wir haben eine gute Ausgangslage, und ich denke, wir haben auch das Potenzial, die Qualifikation zu schaffen. Nur das müssen wir von Spiel zu Spiel zeigen.
Wie wichtig ist die Qualifikation für Sie persönlich und für den Verein?
Schlicker: Ich denke, für den Verein und das Umfeld bedeutet die Qualifikation sehr viel. Seligenporten ist ein sehr kleiner Ort, und die Menschen hier sind stolz darauf, die Nummer eins im Landkreis zu sein. Und das wollen wir auch bleiben.
Und welchen Stellenwert hätte die Qualifikation für Sie?
Schlicker: Sicherlich einen hohen. Nur für mich persönlich steht der Aufstieg in die Bayernliga vielleicht sogar noch etwas höher, da sich damals ja nur zwei Mannschaften qualifizieren konnten. Dieses Jahr sind es ja deren neun. Auch der Klassenerhalt in der Bayernliga, mit all diesen Relegationsspielen 2010, war eine großartige Sache. Diese Höhepunkte stehen wohl schon noch etwas über einer möglichen Qualifikation in diesem Jahr, einfach weil sie schon diesen Endspielcharakter mit sich brachten. Da hatte sich alles zu gespitzt, und es kam dann auf ein Spiel an.
Vielleicht kommt es dazu ja auch in diesem Sommer.
Schlicker: Mag sein. Aber ich bevorzuge ein nervenschonendes Saisonfinale. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, gleich in den ersten Punktspielen gut reinzukommen. Wir können uns nicht erlauben, uns auf die ausstehenden Spiele zu vertrösten. Das, was diese Saison bis zum letzten Spieltag so spannend macht, ist es auch, was vom ersten Anpfiff weg für Druck sorgt. Wir wollen im Mai nicht abhängig werden von Resultaten anderer Mannschaften.
Dazu gehören aber konstante Leistungen. Mit 31 Jahren sind Sie der einzige Spieler im Kader, der die 30 überschritten hat. Und selbst die 25er-Marke wird nur von zwei, drei anderen Spielern erreicht. Ist die Mannschaft zu jung?
Schlicker: Das würde ich so nicht pauschalisieren. Sie ist sicherlich sehr jung und das birgt immer ein gewisses Risiko, da unser Mannschaftsgefüge doch stark auf ein paar wenige Führungsspieler ausgerichtet ist. Fallen sie aus, sind sie nur sehr schwer zu kompensieren. Auf der anderen Seite ist es auch Teil der Vereinsphilosophie, junge, hungrige Spieler auszubilden. Und ich denke, bis hierher sind wir damit ganz gut gefahren.
Aktuell klagt Trainer Karsten Wettberg aber über Personalsorgen. In den ersten beiden Testspielen waren kaum Einwechselspieler auf der Bank.
Schlicker: Das stimmt. Und die äußeren Umstände verschlimmern das noch, da Spieler wie Brandl oder Grau nach ihren Verletzungen noch nicht wieder mit einstiegen können und auch angeschlagene Spieler immer wieder pausieren müssen. Das Risiko ist einfach zu hoch bei diesen schweren Bedingungen und das verzögert die komplette Vorbereitung.
Aber das Wetter ist für alle gleich.
Schlicker: Es kommt auch auf die Möglichkeiten an. Wir hatten zum Beispiel die Gelegenheit, auf einen Kunstrasenplatz in Ochenbruck auszuweichen. Das war sicher eine Verbesserung im Vergleich zu unseren Plätzen, auch wenn der Platz an den Rändern trotzdem vereist war. Und dann versucht unser Trainer mit Kraft- und Höhentrainingseinheiten wie vergangene Woche in Bad Gögging alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Doch andere Vereine fliegen zum Beispiel für eine Woche ins Trainingslager. Diese Taams haben uns gegenüber einen klaren Vorteil. Über solche Dinge muss meiner Meinung nach in Zukunft ernsthaft nachgedacht werden.
Bis Ende Februar müssen die Vereine die Anträge für die Regionalliga einreichen. Dazu zählt auch ein umfangreicher Auflagenkatalog, der erfüllt werden muss. Glauben Sie, dass der SV Seligenporten im Hinblick auf seine Vereinsphilosophie der „gesunden finanziellen Füßen“ trotz der sportlichen Qualifikation am Ende auf die Regionalliga verzichten könnte?
Schlicker: Ich kenne jetzt den Auflagenkatalog nicht exakt. Aber der Verein hat mit dieser neuen Anlage und den Erfolgen der Vergangenheit so vieles auf die Beine gestellt, dass ich davon überzeugt bin, wenn wir die Qualifikation schaffen, dass dann auch die Auflagen erfüllt werden und es Regionalliga-Fußball in Seligenporten geben wird. Dafür haben wir einfach auch die notwendigen „positiven Verrückten“ rund um Präsident Walter Eisl im Verein.
Sie selbst haben viel erlebt und erreicht mit dem SVS. Wie lange wollen Sie noch auf dem Platz stehen? Und wie geht es danach weiter?
Schlicker: Ich denke, ich kann schon noch drei oder vier Jahre spielen. Dann möchte ich eine Karriere als Spielertrainer einschlagen. Ich habe das ja zusammen mit Peter Jakl – damals nach dem Weggang von Uwe Neunsinger – schon einmal für ein Spiel machen dürfen und dabei gemerkt, dass mir dieser Aufgabenbereich Spaß bereitet.
Und wo sehen Sie dann ihre erste Spielertrainer-Station?
Schlicker (lacht): Momentan irgendwo, wo es warm ist.
Sa. 19.05.12
Do. 17.05.12
Do. 17.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Do. 17.05.12