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Drei Raiffeisenbanken legen ordentlich zu

Bilanzsumme um 70 Millionen Euro gesteigert — EU-Gesetzgebungsvorhaben verheißen nichts Gutes - 12.04.2012

NEUMARKT  - Gemischte Gefühle: Die drei Raiffeisenbanken im Landkreis präsentieren zwar gute Geschäftszahlen, sehen aber die mittelständische Wirtschafts- und Bankenstruktur in Deutschland durch europäische Gesetzgebung in Bedrängnis.

„Gewinnausschüttung“ für das Katholische Bildungswerk: Jochen Sievers (zweiter von rechts) bekam den Spendenscheck von den Raiffeisen-Chefs Dieter Betz, Erich Pröpster und Klaus Majehrke (von links).
„Gewinnausschüttung“ für das Katholische Bildungswerk: Jochen Sievers (zweiter von rechts) bekam den Spendenscheck von den Raiffeisen-Chefs Dieter Betz, Erich Pröpster und Klaus Majehrke (von links).
Foto: Hubert Bösl
„Gewinnausschüttung“ für das Katholische Bildungswerk: Jochen Sievers (zweiter von rechts) bekam den Spendenscheck von den Raiffeisen-Chefs Dieter Betz, Erich Pröpster und Klaus Majehrke (von links).
„Gewinnausschüttung“ für das Katholische Bildungswerk: Jochen Sievers (zweiter von rechts) bekam den Spendenscheck von den Raiffeisen-Chefs Dieter Betz, Erich Pröpster und Klaus Majehrke (von links).
Foto: Hubert Bösl

Die unter dem Schlagwort Basel III geplante Erhöhung der Eigenkapitalquote bei der Vergabe von Krediten verteuere Darlehen und führe zu „weiteren Belastungen für den Mittelstand“, kritisierte Erich Pröpster, Vorstandschef der Raiffeisenbank Neumarkt. Bei einer gemeinsamen Bilanzpressekonferenz mit den Raiffeisenbanken Parsberg-Velburg und Berching-Freystadt-Mühlhausen erklärte Pröpster, die EU stehe stark unter dem Einfluss der Briten und Südeuropäern und unterscheide nicht zwischen risikoreichen und risikoarmen Bankgeschäften. Außerdem solle die langfristige Kreditfinanzierung, wie hierzulande beim Hausbau üblich, erschwert werden. Pröpster: „Die kennen keine Genossenschaftsbank und keinen Mittelstand, wir kämpfen um unsere Anerkennung.“

Anlagen für 1,7 Milliarden


Trotz der beunruhigenden EU-Rahmenbedingungen, der Staatsverschuldungs- und Eurokrise sei es den drei Raiffeisenbanken im Landkreis Neumarkt gelungen, 2011 die Bilanzsumme um rund 70 Millionen Euro auf 1,37 Milliarden Euro zu steigern. Bei den Kundengeldern verzeichneten die drei Genossenschaftsbanken einen Zuwachs von 3,54 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro. Zählt man die Geldanlagen der Raiba-Kunden bei Verbundunternehmen hinzu, dann liegt das betreute Kundenvolumen bei fast 1,7 Milliarden Euro.

Vorstandschef Pröpster unterstrich dabei die großen Unterschiede zu den Groß- und Privatbanken: Die Genossenschaftsbanken hätten einen „Institutsschutz“ mit der Folge, dass sämtliche Einlagen zu 100 Prozent abgesichert seien.

Der Vorstandsvorsitzende riet bei der Anlageform Gold zur Vorsicht: Das Edelmetall habe traditionell einen „psychischen Preis“, der sich mit den Ängsten der Menschen entwickle. Angesichts des hohen Preisniveaus sei jetzt nicht mehr mit „mordsmäßigen Kursanstiegen“ zu rechnen. Der spekulative Charakter stehe im Vordergrund: Im Moment sei das Risiko größer, dass sich die Goldkurse wieder nach unten entwickeln.

Die drei Raiffeisenbanken hätten ihren Auftrag erfüllt, die Finanzierung der Privathaushalte und der Gewerbetreibenden sicherzustellen: Das Kreditvolumen sei auf über 631 Millionen Euro gestiegen, was einen Zuwachs von 3,61 Prozent entspricht. Das Kreditgeschäft sei von zwei Sondereffekten geprägt gewesen: Die Flucht der Anleger in Sachwerte und die Investitionen Privater in Energieprojekte (siehe weiteren Bericht). Bei der Ausreichung von öffentlichen Förderkrediten hätten die Genossenschaftsbanken in der Oberpfalz inzwischen einen Marktanteil von 60 Prozent erreicht, erklärte Erich Pröpster.

Mit dem eigenen Warengeschäft machen die drei Raiffeisenbanken einen Jahresumsatz von fast 25 Millionen Euro. Die Bankengruppe beschäftigt 378 Mitarbeiter (davon 26 Auszubildende) und betreut in 28 Filialen rund 70000 Kunden, von denen wiederum etwa 21500 als Genossen auch Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank nehmen können. Die drei Raiffeisenbanken verstehen sich selbst auch als „Konjunkturmotor“ für die heimische Wirtschaft: Sie haben im vergangenen Jahr etwa eine Million Euro investiert und wollen diese Summe auch in diesem Jahr ausgeben. Der wirtschaftliche Erfolg der Raiffeisenbanken kommt auch sozialen und karitativen Organisationen zugute: Im vergangenen Jahr haben sich die Spenden auf etwa 400000 Euro addiert. 2009 hat sich der Raiffeisen-Kreisverband entschlossen, das Katholische Bildungswerk Jahr für Jahr mit 10000 Euro zu unterstützen.

Geschäftsführer Jochen Sievers nahm jetzt den Spendenscheck aus den Händen der Raiffeisen-Verantwortlichen entgegen. Sievers: „Wir sind ein Bildungsunternehmen, das auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angeweisen ist, ohne die wir einen großen Teil der Arbeit nicht machen könnten.“

 

wdn


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