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Ein waschechter Familienbetrieb

Die Firma Hammerbacher feiert ihr 125-jähriges Bestehen — Dank an Mitarbeiter - 16.06.2012 09:10 Uhr

Die Geschwister Bernhard und Ursula Hammerbacher bedankten sich mit einem Blumenstrauß bei ihrer Mutter. Den Familienbetrieb gibt es schon seit 125 Jahren.

Die Geschwister Bernhard und Ursula Hammerbacher bedankten sich mit einem Blumenstrauß bei ihrer Mutter. Den Familienbetrieb gibt es schon seit 125 Jahren. © Kunze


In vierter Generation leitet das Geschwisterpaar Bernhard und Ursula Hammerbacher das Unternehmen. Die vergangenen 125 Jahre bieten Stoff für viele Anekdoten. Im eigens aufgestellten Zirkuszelt auf dem Firmengelände gab Chef Bernhard Hammerbacher eine zum Besten: Im Jahr 1913 wurden auch Särge gefertigt. Als im Krankenhaus ein Patient verstarb, wurde sogleich ein Sarg im Schreinereibetrieb geordert. Doch der kam nie an. Als sich der Meister auf die Suche nach seinen Lehrlingen, die eigentlich die Ware ausliefern sollten, machte, fand er sie in dem offenen Sarg — paddelnd auf dem Kanal. „Es ist nicht überliefert, was mit den Lehrlingen geschah“, scherzte Bernhard Hammerbacher.

Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück. Angefangen hat alles zu Zeiten des Kaiserreichs. Schreiner Josef Lang gründete die Firma 1887 in der Regensburger Straße in Neumarkt. 1954 stieg Rudolf Hammerbacher in den Betrieb mit ein. In Holzheim entstand eine industrielle Möbelfertigung. Doch der Betrieb wurde 1983 geschlossen.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs siedelte die Fertigung in die Slowakei um. Dort sind heute 180 Menschen beschäftigt, in Neumarkt 36. „Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“, lobte der Firmenchef und bedankte sich für Einsatz und Treue. „Gute und qualifizierte Mitarbeiter zu finden, ist heute eine Herausforderung.“ Nicht nur bei den Mitarbeitern, auch bei Lieferanten, Geschäftspartnern und langjährigen Weggefährten bedankten sich die Geschwister. Allen voran bei ihrer Mutter, die auch noch mit 85 Jahren fleißig im Betrieb mithilft. „Ihr seid ein tüchtiger Familienbetrieb“, sagte MdB Alois Karl. „Seit 125 Jahren ist das Unternehmen mit Neumarkt verbunden. Ihr habt durchgehalten, in guten, wie in bösen Tagen“, sagte der Politiker und wünschte der Firma weiterhin viel Erfolg. In den Startlöchern stehen schon die Kinder der Unternehmer. „Beim 150-jährigen Jubiläum im Jahr 2037 könnten sie hier stehen“, lachte Ursula Hammerbacher.

Die Geschwister haben auch eine soziale Ader. Sie spendeten anlässlich des Jubiläums 125000 Euro. Das Geld kommt dem Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses in Neumarkt zugute.
  

mek

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