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Erntedank im Kloster: ein geistvoller Genuss

Plankstetten: Veranstaltung war Besuchermagnet — Erfolg mit wirtschaftlicher Ausrichtung - 25.09.2017 09:45 Uhr

Bunt wie der Herbst war auch der Erntedankmarkt im Kloster Plankstetten. Zahlreiche Besucher bestaunten die große Auswahl an den rund 70 Verkaufsständen. Auch eigene Erzeugnisse wurden angeboten. © Fotos: Helmut Sturm


Mit Reisebussen und zahllosen Pkw strömten die Besucher aus ganz Süddeutschland herbei. Die Autokennzeichen verrieten es. "Mit zehn Verkaufsständen fing alles an", blickte Frater Andreas Schmidt, der Cellerar des Klosters, zufrieden über den Klosterhof voller freundlicher Menschen und gut gelaunter Händler. Auf 70 Verkaufsstände ist der Erntedankmarkt heute angewachsen. "Zusätzlich stellen wir das Kloster und seine Betriebe vor. Wir möchten den Menschen zeigen, wie wir wirtschaften."

Offenes Klosterleben

Shuttle-Busse brachten die Besucher zur etwas entfernten Landwirtschaft und von Jahr zu Jahr werden die Führungen im Gotteshaus mehr angenommen. "Wir verstehen unser Kloster nicht als Hülle, wir lassen unsere Gäste an unserem Leben teilhaben. Deshalb haben wir unsere Chorgebetszeiten so gelegt, dass interessierte Besucher diese intensive Erfahrung erleben können." Den Menschen geht es nicht nur um den Markt, sinniert der Cellerar, sie suchen auch vermehrt das Spirituelle.


Die Frage, wie lässt es sich im Einklang mit der Schöpfung erfolgreich wirtschaften, führte zu grundsätzlichen Veränderungen in den Klosterbetrieben. Vor mehr als 20 Jahren haben die Benediktiner Mönche von Plankstetten auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. So sind die Lebensmittel, die sie in der eigenen Landwirtschaft, Metzgerei, Bäckerei und Brennerei herstellen, in jeder Hinsicht ein geistvoller Genuss.

In der Sporthalle haben die Gärtner und Floristen einen großartigen Erntedank-Altar aufgebaut. Im Kirchzug suchten ihn die Gläubigen am Sonntag nach dem Erntedankgottesdienst auf. Nach der Segnung der Früchte des Jahres durften sich die Besucher Getreidebüschel mitnehmen.

"Manche werfen uns unseren Erfolg vor. Wir wären zu wirtschaftlich ausgerichtet", sagt Cellerar Frater Andreas Schmidt. "Würden wir um Unterstützung betteln, fänden das auch wiederum nicht alle gut", sagt der Geschäftsführer und studierte Betriebswirt selbstbewusst. "Wer sich positioniert, muss von seinem richtigen Handeln überzeugt sein und auch Kritik aushalten." Für 20 Millionen Euro müssen Teile der Anlage von den Fundamenten bis zum Dachstuhl saniert werden. "Dazu werden wir gerne unseren Beitrag leisten."

Zwei Ochsen verspeist

Mehr als zehn Stunden garte ein klostereigener Ochse am Grill. Er hatte ein gutes Leben, erzählt der Metzger und seinen Tod hat er nicht gespürt. Zwei von ihnen haben die Besucher am Wochenende verputzt. Ein Anliegen hatte Frater Andreas abschließend noch: "Wir müssen den Menschen klar machen, dass sie für gute Lebensmittel auch mehr Geld ausgeben müssen. Viele Europäer machen uns das längst vor." 

HELMUT STURM

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