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„Einen Mordsgewinn werde ich sicher nicht machen, auch die Investition ist kaum rauszuholen.“ Gerhard Lutter hat vor zehn Jahren einiges an Geld in die Hand genommen, um seine kleine Brennerei ordentlich auszustatten: Rund 25000 D-Mark hat die Anlage damals gekostet. „Es ist der Spaß, das ganze Obst zu verwerten“, nennt Lutter seine Motivation. Er und seine Frau Berta gebieten über rund 150 Streuobstbäume, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, teils ein noch junger Bestand. „Wenn die einmal alle tragen, dann brauche ich ein größeres Brennrecht.“
Tatsächlich ist die Brennkapazität der Lutters recht beschränkt: Laut Genehmigung des Hauptzollamtes Stuttgart darf die Destille nur 50 Liter reinen Alkohols erzeugen. Daraus entstehen um die 100 Liter Brände mit rund 40 Prozent und Likore mit 25 bis 30 Prozent. Doch der Ausstoß der gehaltvollen Getränke kann nicht unmittelbar nach der Erzeugung auf den Markt geworfen werden: Die Zwetschgenschnäpse liegen fünf bis zehn Jahre und reifen bis zur Vollendung.
Was den Gewinn des Schwarzacher Brenners schmälert: Der Fiskus kassiert bei jedem Liter Alkohol rund zehn Euro Branntweinsteuer ab. Den herzustellen ist keine Kleinigkeit: Die Lutters säubern das Obst vor dem Einmaischen mit großer Akribie, schneiden faulige Stellen aus, beseitigen Stiele. Sechs bis acht Wochen gären dann die Früchte in Spezialkunststofffässen vor sich hin.
An zwei Wochenenden traditionell vor Weihnachten und im Februar werfen die Lutters dann ihre Brennanlage an. Die Staatsbürokratie hat ein gestrenges Auge auf die Schnapserzeuger: Vor der Brennaktion muss Lutter die Maischemenge in Stuttgart anmelden. Daraus errechnen dann die Zöllner die Höhe der Abgabe.
Arbeitsteilig kümmert sich Ehefrau Berta Lutter um das Abfüllen, die Verpackung und Beschriftung des „Katzerer Tropfens“. Der Zwetschgenbrand, der Kräuterlikör und die Williamsbirne tragen den Hausnamen der Lutters. Das Hochprozentige gibt es „ab Hof“, auf Märkten in der Region oder bei der Obstbörse des Landratsamtes.

