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„Manche unserer bayerischen Gemeinden sind sehr gut aufgestellt und haben durch ihre innere Struktur eine nicht zu bremsende Eigendynamik“, sagt Bürgermeister Kraus im Gespräch mit den Neumarkter Nachrichten. Zu diesen „Gunst-Kommunen“ gehöre Velburg sicherlich nicht, was sich unschwer an der Steuerkraft ablesen lasse.
Schulden machen sei leicht, eine Schuldentilgung bei laufendem Betrieb aber unendlich schwieriger. Nun, in Velburg scheint dieses Kunststück ein ganz schön großes Stück weit gelungen. „Wir haben uns mit dem Abbau der Verbindlichkeiten in den vergangenen Jahren einen finanziellen Spielraum geschaffen, der uns nun in die Lage versetzt, offensiv Politik zu betreiben.
In Velburg ergeben alte und aktuelle Projekte und Erfordernisse eine lange Maßnahmenliste. Kraus nennt hier exemplarisch die Schulsanierung, den Unterhalt von mehr als 133 Straßenkilometer, die Deponiesanierung, die Abwasserentsorgung, die Fuhrpark-Erneuerung für Bauhof und Feuerwehr und die Altstadtbelebung.
Diese Liste dürfe und könne nicht nur nach ihrer Dringlichkeit abgearbeitet werden, vielmehr müsse man abwarten, bis sich für jede Herausforderung eine gute Gelegenheit ergeb. Als Beispiel dafür bezeichnet der Bürgermeister die Sanierung der Deponie am Läufelberg. Für die Entwicklung der politischen Arbeit sei es außerdem sehr vorteilhaft, wenn man schnell erkenne mit wem es sich gut zusammenarbeiten lässt. Im Landkreis Neumarkt laufe es mit Bürgermeistern und Landrat weit besser als in vielen anderen Landkreisen.
„Man muss erkennen, dass im gesellschaftlichen beziehungsweise kommunalen Miteinander Alles mit Allem zusammenhängen kann“, lautet ein Credo von Bernhard Kraus.
Das sogenannte Ärztehaus in Velburg zum Beispiel könne auf Jahrzehnte die ärztliche Versorgungsfrage lösen, gleichzeitig zur Belebung der Altstadt beitragen, die Wohnqualität in der Umgebung verbessern, Arbeitsplätze schaffen und vieles mehr. Am allerwichtigsten sei das Zusammenwirken der Menschen in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen: im Rathaus wie in jedem anderen Betrieb, in den Vereinen, Dorfgemeinschaften, als Gewerbetreibende und engagierte Bürgerinnen und Bürger.
„Die allermeisten kommunalpolitischen Leistungen in Velburg seien auf das gute Miteinander mit den Bürgerinnen und Bürgern und zum Teil auf deren beträchtliche Eigenleistungen zurückzuführen: Dantersdorf (Dorfhäusl), Deusmauer (Wasserleitung, Kinderspielplatz, Straßenbeleuchtung), Günching (Kläranlage, Pfarrgarten), Hollerstetten (Straßenbau), Wiesenacker (Feuerwehr-Gerätehaus, Gymnastikhalle), Feuerwehr-Gerätehäuser in Prönsdorf, Oberweiling, Mantlach/Rammersberg und vieles andere mehr.
„Ich kenne mindestens fünf Berufe, die ich mit gleicher Begeisterung ausüben könnte, aber Bürgermeister ist einer der schönsten Berufe die es gibt“, sagte Bernhard Kraus.
Der Umgang mit den Menschen bereite ihm Freude, genauso, dass er an maßgeblicher Stelle etwas zur Gestaltung von deren Lebensumständen beitragen könne. Deshalb kündigt Bürgermeister Kraus auch an: „Nach heutiger Sicht der Dinge werde ich mich bei der nächsten Kommunalwahl wieder als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stellen.“
Für die Zukunft möchte Kraus sein Wirken ganz bewusst unter das Zieldreieck der Agenda 21 stellen, in dem auf der Grundlage der Nachhaltigkeit das Zusammenspiel sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte betont wird. „Durch einen sanften Tourismus können wir unsere Umwelt schonen und stärken, die regionale Wertschöpfung steigern und über gemeinsames Vorgehen auch den Zusammenhalt und die Identität unserer Bevölkerung steigern“, so Kraus.
Die Nahwärmeversorgung in der Altstadt von Velburg zum Beispiel helfe den Familien Geld sparen, sei ökologisch sehr sinnvoll und schaffe neue soziale Strukturen beziehungsweise „Zusammengehörigkeiten“. Ein neues Gewerbegebiet solle beitragen, Betriebe und Arbeitsplätze in Velburg zu binden und zu mehren.

