13°

Sonntag, 23.09.2018

|

zum Thema

Kaylee Watson ist deutsche Meisterin mit dem Luftgewehr

13-jährige aus Hamberg holte sich auf der Olympia-Schießanlage den Titel - 04.09.2018 12:02 Uhr

Die Deutsche Meisterin Kaylee Watson mit ihrer Familie, Trainer Andreas Gugg (links), Schützenmeisterin Monika Precht (2.v.l.) und Bürgermeister Johann Lanzhammer (rechts). © Foto: Werner Sturm


Die 13-jährige Sportschützin Kaylee Victoria Watson vom Schützenverein Wiesengrund Hamberg holte sich auf der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück die Deutsche Meisterschaft mit dem Luftgewehr bei den Schülerinnen. Mit fantastischen 207,9 Ringen ließ das Ausnahmetalent dabei 171 Kontrahentinnen hinter sich.

Kaylee Watson aus Hamberg ist ein aufgewecktes und freundliches Mädchen. Sie besucht die 8. Klasse am Gymnasium in Parsberg und fährt gerne zum Tanzen in die Volkshochschule nach Parsberg. Noch lieber aber tritt die ambitionierte und ausgesprochen trainingsfleißige Schützin mit ihrem Luftgewehr an die Schießstände. Das tut sie mittlerweile in ganz Bayern überaus erfolgreich.

Am Sonntag um 14.15 Uhr nahm Kaylee in München-Hochbrück ihr Sportgerät in die Hand. Zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Karriere hatte sie sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. "Vor dem ersten Schuss hat mein Herz gewaltig geschlagen", erzählt die sympathische Hambergerin. "Ein paar Mal tief Durchatmen, die Umgebung ausblenden, volle Konzentration und dann war die Nervosität weg, die notwendige Anspannung da."

Eine Stunde später, die Anspannung hatte sich zwischenzeitlich gelegt, die ersten Freudentränen waren vergossen, stand sie ganz oben auf dem Siegertreppchen und nahm die Medaille einer Deutschen Meisterin entgegen. Schon zuvor hatte sich ihr Sensationssieg wie ein Lauffeuer in Breitenbrunn und in Hamberg herumgesprochen. Monika Precht, Schützenmeisterin der Wiesengrund-Schützen, organisierte spontan einen Empfang für das sportliche Aushängeschild des Vereins.

Ein Fass Bier vom Wirt

Bürgermeister Johann Lanzhammer (FW) klemmte sich das Goldene Buch der Marktgemeinde unter den Arm und fuhr zum Vereinslokal nach Hamberg. Sekt wurde kaltgestellt, der Wirt spendierte ein Fass Bier, Gebäck stand auf den Tischen, und Schützenbruder Georg Ferstl holte seine Steirische hervor. Als gegen 17 Uhr der von Trainer Andreas Gugg gesteuerte Bus mit lautem Hupen vor dem Vereinslokal vorfuhr, war das Hurra groß.

Mit Musik, Klatschen und Bravorufen wurde die Delegation, zu der neben Trainer und Schützin auch deren Eltern Michael Watson und Britta Kuhn-Watson sowie Bruder Tyler-Elias und Freundin Alesia Precup gehörten, empfangen. Die strahlende Kaylee Victoria war sichtlich gerührt, und auch der eine oder die andere der Anwesenden konnten nur mühsam eine Träne verdrücken. "Hoch soll sie leben", hieß es dann im Vereinslokal. "Ich bin sprachlos und begeistert zugleich, der Schützenverein ist wahnsinnig stolz auf Kaylee Watson", sagte Schützenmeisterin Precht. Bürgermeister Lanzhammer bezeichnete die Deutsche Meisterin als ein Aushängeschild für Hamberg und die gesamte Marktgemeinde. Der Rathauschef überreichte ein Geldgeschenk und eine limitierte Gemeindetasse, auf der das Rathaus zu sehen ist. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch, bewies Kaylee, dass sie das Bieranstechen genau so gut beherrscht wie den Umgang mit der Luftdruckwaffe. Mit einem Prosit der Gemütlichkeit wurde auf die Jungschützin angestoßen, wobei die brav bei Nichtalkoholischem blieb.

Gerade einmal drei Jahre ist es übrigens her, dass Kaylee bei einem Schnupperschießen im Rahmen des Ferienprogramms ihre Liebe zum Schießsport entdeckte. Im September 2015 trat sie zum ersten Mal als Vereinsmitglied mit der Luftdruckwaffe an die Schießstände und erzielte quasi aus dem Stand 276 Ringe. Mittlerweile schießt Kaylee konstant sehr gute Serien, und man hat das Gefühl, ihrer Leistung nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Gugg ist stolz auf diese Entwicklung: "Mit wie viel Ruhe und brutaler Konzentration die in München, wo an hundert Schießständen gleichzeitig geschossen wird, aufgetreten ist, das ist unglaublich. Wahrscheinlich waren ich und Bezirkstrainer Peter Trägner viel nervöser." Große Unterstützung erfährt das Mädchen von ihren Eltern. Vom hessischen Gießen und nach einem einjährigen Aufenthalt in den Staaten kam die Familie vor rund elf Jahren über den Umweg Hohenfels und Schmidmühlen nach Hamberg. 

WERNER STURM

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Breitenbrunn