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Mit einem Nummernschild zwei Fahrzeuge fahren, aber Steuern und Versicherung nur für eines bezahlen müssen — das war die Grundidee für das Wechselkennzeichen, schreibt die Junge Union in einer Pressemitteilung.
Was nun aber der Gesetzgeber aus der ursprünglich gut gemeinten Überlegung fabriziert hat, bezeichnen Marco Gmelch und Gerrit Ehrensberger von der Jungen Union als „ernüchternde Mogelpackung.“
Denn anders als von vielen erhofft, wird das Wechselkennzeichen nicht nach dem Vorbild der Schweiz und Österreich kommen. In den Nachbarländern muss nämlich nur für das Fahrzeug mit der höheren Typklasse der Versicherungsbeitrag und die Kfz-Steuer entrichtet werden. Das zweite Fahrzeug bleibt kostenfrei.
„Auf dem Weg durch die Gesetzgebung wurde aber die ursprüngliche Idee völlig verwässert“, stellt JU-Mitglied Maximilian Kirsch bei genauerer Betrachtung fest. Das Wechselkennzeichen, das nun in Deutschland ab Juli zu haben sein wird, bietet jedoch für die meisten Autofahrer keinerlei finanzielle Anreize, sagt Kirsch.
So muss nämlich in Deutschland weiterhin — trotz Wechselkennzeichen — für beide Autos die volle Kfz-Steuer entrichtet werden, bemängelt die Junge Union.
Auch der bürokratische Aufwand bleibe gleich, denn man müsse beide Autos nach wie vor bei der Zulassungsstelle anmelden. Selbst die Versicherungen wollen nach derzeitigem Kenntnisstand keine größeren Rabatte einräumen, als bisher schon bei einem Zweitfahrzeug angeboten werden.
„Unterm Strich hat man mit dem neuen Wechselkennzeichen denselben finanziellen und bürokratischen Aufwand wie mit zwei regulären Nummernschildern. Aus einer ursprünglich guten Idee wurde ein Flop, denn das Wechselkennzeichen bietet aus unserer Sicht keinerlei Anreize für den Autofahrer“, so das Fazit von Andreas Zeitler und Werner Sperber.

