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Des einen Leid, des anderen Freud: Das schwindende Vertrauen in die unsicheren Finanzmärkte führt in Bayern zu einer neuen Lust am Bauen. Mit Immobilien schafft man, so der Hintergedanke, bleibende Werte, also wird Geld lieber in die eigenen vier Wände investiert als in Aktien oder riskante Anlagefonds. Und so kommt es, dass die Zeichen bei den Handwerksberufen im Baugewerbe auf Wachstum stehen.
Auch die Zimmerer durften sich über volle Auftragsbücher freuen. Sowohl Thomas Deß, der Oberpfälzer Bezirksvorsitzende der Landesinnung, als auch Präsident Peter Aicher konstatierten ein „sehr gutes Jahr 2012“. Der Umsatz der 1300 bayerischen Mitgliedsbetriebe stieg um fünf Prozent, die Zahl der Beschäftigten um zwei und die der Auszubildenden gleich um 13 Prozent. Aicher: „Wir sind flexibel und finden immer wieder Nischen. Deshalb kommen wir auch ohne Subventionen aus.“
In Berg kamen gestern rund 100 Zimmerer aus der ganzen Oberpfalz zur jährlichen Bezirksversammlung zusammen, um sich über aktuelle Themen und Probleme ihrer Branche zu informieren. Fachreferenten aus Handwerk, Rechtswesen, Betriebs- und Versicherungswirtschaft sprachen über Holzschutz, Werkvertrag und Scheinselbstständigkeit, Absturzsicherung und mehr.
Einen branchenweiten Absturz werde es auch 2013 nicht geben, meint Peter Aicher. Für das laufende Jahr rechnet er wieder mit Umsatzzuwächsen, beim Wohnungsbau und auch beim Bau von Industriegebäuden und öffentlichen Einrichtungen. Ein lohnendes Betätigungsfeld für Zimmerer ist zudem die energetische Sanierung. Dank der Anreize des Bundes würden allein in Bayern bis 2050 100 Milliarden Euro in die Sanierung investiert, sagte Aicher. „Da braucht uns nicht bange werden.“
Hatte der Landesinnungsverband für 2012 den Slogan „Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz“ als Jahresmotto ausgegeben und mit dem Beitritt zur Bayerischen Klima-Allianz bekräftigt, so heißt es heuer: „Bauen mit Holz = gelebte Nachhaltigkeit“.
Landrat Albert Löhner und Bergs Bürgermeister Helmut Himmler verwiesen auf die hohe Bedeutung des Baugewerbes im Landkreis. Kritisch äußerte sich Löhner indessen zur Reform der Berufsschulsprengel und die zunehmende Aufspaltung der Berufsbilder. Beide Ehrengäste bekamen den „Timmy“, das Maskottchen der Zimmererinnung.


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