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So stellt sich der Vorgang jedenfalls jetzt, fast einen Monat nach Auffinden des Welpen, der Neumarkter Polizei dar, die letztendlich den Fall zur Bearbeitung übertragen bekommen hatte. Denn: Die eigentliche Besitzerin des Tieres lebt im nördlichen Landkreis Neumarkt. Der 22-Jährigen kann man nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen keine Vorwürfe machen, sagt Polizeioberrat Helmut Lukas auf Anfrage der Neumarkter Nachrichten. Das Tier sei laut Veterinärbericht unheilbar krank gewesen, aber nicht verwahrlost, wie es sich anfangs kurz darzustellen schien. Die Frau, ergaben Ermittlungen, war mit dem Shiba Ino-Pinscher-Welpen ob seiner Krankheiten auch bei Tierärzten, die den jungen Hund behandelten; letztlich aber war der Welpe — sie hatte ihn im Juli im Alter von zehn oder zwölf Wochen gekauft — nicht zu heilen.
Eine Bekannte bat schließlich die Besitzerin, sich um das Tier kümmern zu dürfen. Sie nahm den Hund in Pflege und sorgte für ihn, doch auch ihr Einsatz war nicht von Erfolg gekrönt. Bei einem Besuch ihrer Mutter in Altdorf kamen die beiden Frauen auf den Plan, das Tier ins Tierheim zu geben, ohne preiszugeben, dass es einen Besitzer und eine Vorgeschichte hat. Der Welpe wurde auf eine Wiese gesetzt, per Notruf alarmierten sie den Feuchter Tiernotdienst - und der holte das Tier ab. Die Tierschützer versuchten alles, um es zu retten, kurzfristig ging es dem Hunderl auch ein bisschen besser, doch dann erlag es in der Tierklinik doch noch seinen verschiedenen Krankheiten, darunter Staupe, wie anschließend ein Veterinär diagnostizierte.
In Gesprächen mit der Besitzerin und deren Freundin kam die Neumarkter Polizei langsam dem wahren Sachverhalt auf die Schliche: Dass es sich nicht um einen ausgesetzten, misshandelten Welpen handelt, sondern dass die Freundin versucht hatte, das Tier unerkannt im Tierheim unterzubringen.
Von einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sagt PI-Leiter Lukas, könne man nun wohl nicht mehr sprechen. Wie es weitergeht, müsse aber die Staatsanwaltschaft entscheiden, der der fertige Bericht von Neumarkt aus zugestellt werden wird.
Der Fall hatte für viel Aufsehen gesorgt: Eine Familie aus dem südlichen Landkreis Neumarkt hatte sich vom Schicksal des kleinen Welpen anrühren lassen und den NN sogar angeboten, eine Belohnung auszusetzen, die zu Hinweisen auf den Besitzer des Tieres führt. Das ist nun nicht mehr nötig.

