Montag, 12.11.2018

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Lecker und lehrreich: Nascherei im Kreislehrgarten Loderbach

Kreislehrgarten in Loderbach feiert 30-jähriges Jubiläum — Inspiration und Vorbild für Hobbygärtner - 11.08.2018 11:00 Uhr

Landrat Willibald Gailler, Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege, machte sich vor Ort ein Bild von den vielen Neuerungen im Lehrgarten in Loderbach und freute sich mit den Mitgliedern des Gartenbauvereins über das Jubiläum des Lehrgartens. © Foto: stu


Vor der Sitzung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege ließ sich dessen Vorsitzender Landrat Willibald Gailler von seinen Kreis-Fachberatern Susanne Flach-Wittmann und Franz Kraus über die Weiterentwicklungen im Kreislehrgarten Loderbach auf den neuesten Stand bringen.

30-jähriges Jubiläum feiert der Lehrergarten dieses Jahr und Gailler dankte den Mitgliedern des Gartenbauvereins Loderbach für ihre unverzichtbare Leistung über Jahrzehnte hinweg. "Jede zukunftsfähige Gesellschaft braucht Werte, die über das Hier und Heute hinausweisen. Diese Werte werden von Menschen hier in der Region in unseren Gartenbauvereinen gelebt, aus christlicher Tradition, aus Liebe zur Familie und aus Liebe zu unserer Heimat." Über 14 000 Mitglieder in 114 Vereinen sind im Kreisverband organisiert, darunter die mittlerweile 42. Kindergruppe. Auch diesbezüglich wieder großes Lob für die Loderbacher Gartler: "Sie haben es geschafft, die Kinder und Jugendlichen für das Thema Garten zu begeistern. Zuletzt mit der Gründung der Kinder- und Jugendgruppe ,Wald- und Wiesen-Detektive‘ mit 37 Mitgliedern". So sei der aktive Fortbestand des Vereins auf Jahre hinweg gesichert.

Der Kreislehrgarten soll Anregung und Inspiration für Gartenbesitzer sein. Geschäftsführer Werner Thumann betonte, dass sich im Laufe des Jahres viel getan habe: eine Zwei-Kreis-Bewässerungsanlage wurde installiert, das neue Schwerpunktthema "Naschen erlaubt! — Naschgärten für Kinder" lädt zum Probieren ein und mit den drei neuen Hochbeeten wird ein ganz aktueller Gartentrend gezeigt.

Wie schmecken Jostabeeren?

"Probieren geht über Studieren ..." lautet denn auch das Motto für das Schwerpunktthema 2018 "Naschgärten für Kinder und andere Leckermäuler": Wie schmecken eigentlich Jostabeeren? Sind Maibeeren mit Heidelbeeren verwandt? Kann man Blüten essen? Ob Beerensträucher, Fruchtgemüse oder essbare Blüten – im Halbrondell des Kreislehrgartens findet man interessante Neuheiten zwischen Altbewährtem, die sich gut für Naschgärten am eigenen Haus nachahmen lassen. Ergänzt wird das vielfältige Angebot durch fruchttragende Gehölze und Stauden auf dem ganzen Gelände: ob Kornelkirschen, Mispeln, Quitten, Aronia-, Holunder- oder Waldbeeren, von Juni bis Oktober finden sich immer Früchte zum Probieren.

Die neue automatische Bewässerungsanlage steht ganz im Zeichen des Klimawandels. Aufgrund der geringen Niederschläge muss im Traufbereich der großen Hainbuche trotz der robusten Bepflanzung bewässert werden. Über Tropfschläuche kommt das Wasser jetzt direkt zur Pflanze und geht nicht mehr über Verdunstung oder Ablauf verloren. Die Pflanzen werden so schonend und wassersparend bewässert. Beim herkömmlichen Gießen werden Pilzkrankheiten oder Sonnenbrand begünstigt. Wenn‘s dann wieder einmal regnet, schaltet ein elektronischer Regenwächter die Anlage automatisch ab.

Die beiden Blumenkästen und der Pflanztrog werden ebenfalls automatisch bewässert. Neu ist hier die besondere Art der Bepflanzung. Es wurden "Landschaften" nachgebildet. Der Trog ist mit Mini-Funkien, die Blumenkästen mit niedrigen Funkien bepflanzt. Diese Blattschmuckstauden eigneten sich besonders für den Halbschatten und seien eine dauerhafte Alternative zu Sommerblumen, erklärt Susanne Flach-Wittmann die Besonderheit dieser Bepflanzung.

Im unteren Teil des Lehrgarten stehen drei neue Hochbeete. Das große Hochbeet wurde zum besseren Verständnis mit einer dicken Glasscheibe abgeschlossen. So lässt sich der richtige Aufbau und die Befüllung des Beetes genau betrachten. Zur Überraschung manches Gastes besteht der Unterbau der Hochbeete aus mineralischem Material, also aus Schotter und nicht aus grobem Pflanzenmaterial, Totholz oder Rindermist und Grassoden. "Wenn es im Hochbeet wächst wie Sau, ist es überdüngt", warnt Franz Kraus. "Dann sind zu viele Nährstoffe im Beet und der Nitratgehalt der Früchte ist ebenfalls zu hoch."

Die beiden kleinen Hochbeete werden von den Loderbacher Wald- und Wiesendetektiven, der Kindergruppe des Gartenbauvereins, betreut. Regelmäßige, bedarfsgerechte Gießdienste finden auch in den Ferien statt. Zu entdecken gibt es im Lehrgarten außerdem die verschiedenen Lebensbereiche der Stauden. Neben den Pracht- und Wildstauden werden eine Vielzahl von heimischen Gehölzen, sowie eine reiche Auswahl an Obstsorten und -erziehungsformen gezeigt.

Ziel des Lehrgartens ist es, immer wieder gestalterische Impulse zu setzen und die bestehenden Bepflanzungen zu ergänzen. Der Bevölkerung soll ein Lehrgarten zur Verfügung stehen, der Elemente der naturnahen Gestaltung und -bewirtschaftung detailliert veranschaulicht und zur Nachahmung inspiriert.

Der Kreislehrgarten in Loderbach ist vom 15. März bis zum 15. November geöffnet und kann jederzeit besucht werden. Führungen für Gruppen bis 20 Personen können beim Kreisverband für 30 Euro unter= (09181) 470-311 gebucht werden. Der Besuch lohnt sich auch für Familien mit Kindern – es liegen gut verständliche Merkblätter für Kinder aus. 

HELMUT STURM

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