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Mainzer Narren jauchzten für Bayrisch-China

Nach Rosenmontagszug: Kaiser und Hofstaat sind beglückt — Als Exoten bejubelt — Ab heute Ruhephase - 22.02.12

DIETFURT  - Vor gut elf Jahren schlüpfte der bayrisch-chinesische Kaiser Ko-Huang Di aus dem magischen Drachenei. Jetzt brachte er mit seinem hundertköpfigen Gefolge blau-weiß-gelbe Faschingslust mit zum Rosenmontagszug durch Mainz. Und die bajuwarischen Exoten aus dem fernen Südosten wurden ordentlich bejubelt.

Das bayrisch-chinesische Wappentier ging am Rosenmontagszug in Mainz gern auf Tuchfühlung mit den ausgelassenen jubelnden Menschen am Rand der Strecke: Helau und Kille-Wau mischten sich.
Das bayrisch-chinesische Wappentier ging am Rosenmontagszug in Mainz gern auf Tuchfühlung mit den ausgelassenen jubelnden Menschen am Rand der Strecke: Helau und Kille-Wau mischten sich.
Foto: dapd
Das bayrisch-chinesische Wappentier ging am Rosenmontagszug in Mainz gern auf Tuchfühlung mit den ausgelassenen jubelnden Menschen am Rand der Strecke: Helau und Kille-Wau mischten sich.
Das bayrisch-chinesische Wappentier ging am Rosenmontagszug in Mainz gern auf Tuchfühlung mit den ausgelassenen jubelnden Menschen am Rand der Strecke: Helau und Kille-Wau mischten sich.
Foto: dapd

Vor einer halben Million Zuschauer rollte die kaiserliche Sänfte die knapp acht Kilometer lange Route durch Mainz. Zwar sind der Himmelssohn und sein Gefolge aus Dietfurt Jubel und Frohsinn gewöhnt, aber die Fastnachtshochburg Mainz zu stürmen, war nochmal etwas Besonderes, sagt Elisabeth Koller, die Frau des „Kaisers“ Fritz Koller, die im Hofstaat mit dabei war.



In Dietfurt koche die Stimmung auch bei der Podiumsgaudi. In Mainz herrsche die ganze Strecke entlang ausgelassener Jubel, die schönen „Meedsche“ aus Bayern in ihrem asiatischen Gewand kamen sehr gut an. Sie ist noch immer „überwältigt“, sagt Elisabeth Koller.

Sänfte im Baukastensystem

Fritz Koller hat an dem „Auslandseinsatz“ in Mainz der Zusammenhalt der Dietfurter Gruppe sehr gut gefallen. „Sowas kann man nur mit Eisernen machen“, sagt er, denn der Terminplan war nicht unbedingt gauditrächtig. Eine Gruppe fuhr schon am Sonntag nach Mainz, die andere folgte in aller Herrgottsfrüh am Montag selbst.

Am Aufstellplatz baute die Dietfurter Gruppe schnell im Baukastensystem die Sänfte des Kaisers zusammen, die in fünf Meter lange Stücke transportfähig gemacht und im Anhänger hinterm Bus nach Mainz kutschiert wurde. Um 11.11 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, die Dietfurter waren im vorderen Drittel unterwegs.

Dann ging‘s los, bei Kaiserwetter wie schon am Unsinnigen Donnerstag, zwischen Lastzügen und Bulldogs und vielen politischen Motto-Wägen. Die große Fußgruppe war eine Ausnahme im sonst motorisierten Zug, so dass selbst die regelmäßig joggende Elisabeth Koller bei dem Tempo etwas ins Schnaufen gekommen ist. Vom ersten Meter an „haben die Leute geschrien und gejubelt, die haben uns angesteckt“, sagt sie. Beeindruckt sei das Publikum von den bayrisch-chinesischen Gästen gewesen, hat auch Fritz Koller deutlich gespürt: Die liebevoll gestalteten Kostüme, die gut aufeinander eingespielte Gruppe.

„Wir waren die Exoten“, hat auch Anton Bachhuber, alias Wang-To, von der Tourist-Info der Stadt Dietfurt erlebt. Die Fastnachtsstimmung war grandios, sagt er, wer nicht laut genug schreit beim Umzug, wird aufgefordert, noch mehr zu geben. Dass nahezu alle Zuschauer auch kostümiert waren, vom kleinen Kind bis zu den Senioren, fand er klasse.

Er bedankt sich bei den Mainzer Vereinen dafür, dass die Dietfurter auf einem guten Platz weit vorne dabeisein durften, so habe man sich auch bei der ARD-Übertragung richtig gut präsentieren können.

Bayrisch-China und Dietfurt gut zu repräsentieren, war auch das Anliegen von Kaiser Ko-Huang Di. Viele Flyer und Anhänger haben Fritz und Elisabeth Koller schon am Sonntagabend ausgeteilt, als die Dietfurter Abordnung schon mal abends das Mainzer Faschingstreiben testete. „Unbeschreiblich“ ist das Wort, das das Ehepaar oft gebraucht, die Offenheit und Kontaktfreude der Leute hat sie beeindruckt: Die waren sehr interessiert, fragten nach. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viele jubelnde Menschen auf einmal gesehen“, sagt der Kaiser.

Die Prominenten, die sie sonst mal im TV gesehen haben, live zu erleben, war auch etwas Besonderes für die beiden: Margit Sponheimer oder Jürgen Dietz zum Beispiel. Ein Riesenerlebnis, aber auch ganz schön viel Aufwand, sagen die Mainz-Fahrer. Einer witzelte, „jetzt haben wir Mainz, fehlen noch Köln und Düsseldorf“. Man könne so einen Ausflug schon mal wieder machen, meint Fritz Koller, aber sicher nicht jedes Jahr. Gestern Abend war die Gruppe um den Gerade-noch-Blaublütigen in Dietfurt bei der Beerdigung des Faschings dabei. „Jetzt kommt eine Phase der Ruhe, der Entspannung, darauf lege ich großen Wert“, sagt Fritz Koller. Dann gehe das Lustigsein im nächsten Jahr auch wieder gut. 



M. KAYSER

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