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Die 26-jährige war am 22. November des Vorjahres kurz vor Mitternacht mit ihrem Auto in der Regensburger Straße in Amberg unterwegs, als sie sah, dass ein schwarz gekleideter Mann Mülltonnen umwarf. Sie bemerkte weitere umgeworfene Tonne und entschloss sich, zu wenden und mal zu schauen, was der Mann weiter anstellen würde. Sie sah, wie das Schild einer Gaststätte heruntergerissen war und war sich sicher, dass dies vor wenigen Augenblicken noch ordentlich an der Wand hing.
Die Frau folgte dem Mann in gebührendem Abstand und verständigte die Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg. Sie gab dabei an, wo sich der aggressiv und wütend wirkende Mann befand; ihrer Einschätzung nach stand er unter Drogen oder Alkohol. Am Kreisverkehr wurde der Täter von einer Streifenbesatzung angehalten und kontrolliert. Die Beamten stellten bei dem 23-jährigen Amberger eine erhebliche Alkoholisierung fest. Ein Alkotest ergab 1,7 Promille.
Da im abgelaufenen Jahr im östlichen Stadtgebiet eine Vielzahl von Sachbeschädigungen, gerade an geparkten Fahrzeugen, aber auch Diebstähle von Antennen und andere Sachbeschädigungen registriert worden war, lag für die Ermittler der PI Amberg der Verdacht nahe, dass der 23-Jährige für diese Straftaten auch in Frage kommen könnte.
Bei seinen Vernehmungen legte der junge Mann ein umfangreiches Geständnis ab und gab zu, aus Frust und meist unter erheblichem Alkoholeinfluss auf den Nachhauseweg aus dem Dreifaltigkeitsviertel in die Innenstadt mutwillig Autos zerkratzt, Spiegel abgetreten und Antennen entwendet zu haben. Auch das Schauglas einer Heiligenfigur an der Dreifaltigkeitskirche hatte der Täter im November aus Frust eingeschlagen. Der insgesamt angerichtete Schaden dürfte sich auf mehrere 10.000 Euro summieren.
Der Fahndungserfolg wäre ohne die aufmerksamen Beobachtungen und das vorbildliche Verhalten der jungen Frau wohl kaum möglich geworden. Aus diesem Grund bewilligte der Polizeipräsident der Oberpfalz, Rudolf Kraus, eine Belohnung in Höhe von 250 Euro und drückte mit einem Anerkennungsschreiben seinen Dank für das couragierte Verhalten der Ambergerin aus. PI-Leiter Robert Hausmann schloss sich dem Präsidenten an und sagte, dass er sich freue, dass es in Amberg Menschen gebe, die der vielzitierten Wegschaumentalität trotzen. Er wünsche sich aber viel mehr solche Mutbürger. Dies würde sich positiv auf das Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen auswirken.

