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Nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg hat sich die Behörde mit der Bahn und der Stadt darauf verständigt, an dem gegenwärtigen Bauzustand unter der Hauptbahnlinie nichts zu ändern.
Nach der Aufgabe des Alten Kanals als Wasserstraße war in den 50er Jahren die alte Brücke beseitigt und durch ein 60 Zentimeter starkes Rohr samt Bahndamm ersetzt worden. Doch dieses Nadelöhr in der sogenannten Scheitelhaltung des Ludwigskanals — praktisch ein stehendes Gewässer — ist nach Einschätzung von Johann Medl nicht unproblematisch. Der Vorsitzende des Fischereivereins Neumarkt, Pächter des Kanals, weist darauf hin, dass es vor allem im Hochsommer bei anhaltender Trockenheit südlich der Bahn Wassermangel gebe.
Werde dann Wasser zum Gießen in größeren Mengen entnommen oder komme es durch Treidelfahrten auf dem Alten Kanal zu mehreren Schleusungen in kurzen Abständen, „dann kämpfen wir“, berichtete Johann Medl. Es sei schon vorgekommen, dass wegen Niedrigwasser größere Mengen an Fischen umgesetzt werden mussten.
Der Ludwigskanal nördlich der Bahn verfüge dagegen über mehrere wasserreiche Zuflüsse, so dass eine effektive Überleitung nach Süden den Mangel leicht beheben könnte, meint der Chef des Fischereivereins.
Die Bahn habe auch zugesichert, dass der Kanal-Durchfluss im Zuge des S-Bahn-Ausbaus einen größeren Querschnitt erhalten werde. Johann Medl: „Geschehen ist eigentlich nichts.“ Und es wird wohl auch nichts geschehen, erklärte Thomas Plagemann vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg auf Anfrage der Neumarkter Nachrichten. Darauf habe man sich in Gesprächen mit der Bahn und der Kommune geeinigt. „Die Idee des Wasserwirtschaftsamtes hat sich nicht realisieren lassen“, sagte Plagemann.
Rein wasserwirtschaftlich sei dies allerdings selbst angesichts des jetzt noch einmal verbreiterten Bahndamms „unproblematisch“: Ein Kontrolle der Kanal-Rohrleitung mit einer Spezialkamera habe nämlich ergeben, dass der Durchlass „top in Schuss“ sei, erklärte der Behördenvertreter. In der Vergangenheit war vermutet worden, dass Schäden an der Leitung inzwischen einen freien Durchfluss vereitelt haben könnten.
Der Sachgebietsleiter für Wasserbau des Regensburger Amtes sieht sogar einen Vorteil in der künstlichen Engstelle: Diese biete einen gewissen Schutz des Stadtzentrums gegen Überschwemmungen. Denn südlich der Bahn gebe es im Stadtgebiet mehrere genehmigte Zuleitungen, die bei Starkregen dem Alten Kanal große Wassermengen zuführten.
Dies ist nach Angaben von Thomas Plagemann mehrmals pro Jahr der Fall. Damm und Rohrleitung könnten eine Flut jenseits der Bahn verhindern. „Allerdings wäre das keine allzu große Gefahr“, meinte der Wasserbau-Experte.
Der Fachmann des Wasserwirtschaftsamtes versicherte, dass ein effektiver Ausgleich zwischen den Kanalteilstücken beiderseits der Bahnlinie gewährleistet sei. Plagemann: „Wir haben kein Problem, Wasser bis nach Berching zu bringen.“

