Freitag, 16.11.2018

|

Ohne Glockenschlag lebt Laaber neben der Zeit

Bewohner vermissen Kirchenuhr, deren Zeiger während der Renovierung stillstehen – Zusätzliche Streben im Turm nötig - 12.05.2018 09:04 Uhr

Die Uhren am Glockenturm stehen still während der Renovierung. © Foto: Krauß


"Das Läuten fehlt schon", sagt Kirchenpfleger Erwin Walter. Er ging immer aus dem Haus, wenn um sechs Uhr die Kirchenglocke läutete. "Jetzt schau ich auf die Uhr und merke, dass ich schon fünf Minuten später dran bin."

Am Wochenende nach dem Weißen Sonntag haben die Arbeiten begonnen, angefangen mit dem Ausräumen der Kirche, wobei die ganze Dorfgemeinschaft mitanpackte. Wer jetzt in die St. Johannes Kirche geht, landet zwischen Säcken mit Gips und Zement über Folien zum eingepackten Altar und gestapelten Kirchenbänken. Da die Bänke durch die Klimaveränderungen während der Renovierung leiden würden, bleiben sie vorerst in der Kirche.

"Es wird Zeit, dass was getan wird", sagt Erwin Walter. Die Wände zeigen bereits Wasserschäden, der Innenraum der Kirche ist schon schwarz geworden und auch die Heiligenfiguren und -bilder seien verschmutzt. "Das zieht sich schon über Jahre. Im Lauf der Zeit ist es innen immer finsterer geworden", sagt der Kirchenpfleger.

Pfarrer Thomas Eholzer berichtete von der voraussichtlich größten Baustelle im Zuge der Kirchenrenovierung: "Im Glockenturm müssen Arbeiten gemacht werden, die die Stabilität verbessern." Dazu müssen zusätzlich Holzstreben eingesetzt werden. Wegen dieser Maßnahme müssten die vier Zifferblätter der Kirchenuhr einzeln angetrieben werden, aktuell steht die Uhr still.

"Mal schnell auf die Uhr schauen", vermisst auch Birgit Wittmann von der Kirchenverwaltung und führt weiter aus, dass die Schulkinder in Laaber zeitlich desorientiert seien. Schließlich spiele sich das Leben im Ort rund um die Kirche ab.

Täglich arbeiten fleißig Handwerker in der Kirche, schlagen schadhafte Putzteile ab und verputzen neu, werden auch in der Kirche streichen. Das Parkett unter den Kirchenbänken soll abgeschliffen und geölt werden. Die Altäre, die Heiligenfiguren und das Deckgemälde werden gereinigt.

Laut dem Architekten Gerhard Meier sollen die Arbeiten bis zum Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein. Geplant sei danach für den 28. Oktober der erste Gottesdienst in der frisch renovierten Kirche, zelebriert von Bischof Gregor Maria Hanke. Bisher verlaufe alles nach Plan. Mit weiteren Schäden rechnet Kirchenpfleger Walter nicht. Der Altarraum ist schließlich erst in den achtziger Jahren angebaut worden.

Messe im Pfarrheim

Bis zur Fertigstellung werden die Messen im benachbarten Pfarrheim abgehalten. Bei Beerdigungen jedoch findet der Gottesdienst in Dietkirchen statt, die Beerdigung selbst am Laaberer Friedhof neben der Kirche. Die Kirchenverwaltung kümmert sich um die Renovierung der Expositurkirche von Laaber und später auch um die Finanzierung der mit 300 000 Euro veranschlagten Renovierung.  

ks

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pilsach