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Auch wenn für Ernst-Herbert Pfleiderer, den künstlerischen Leiter der Konzertfreunde, das Streichquartett die „Königin der Kammermusik“ ist, er lädt immer wieder zum Trio-Klassiker ein: zu Stars der Zunft wie einst dem Beaux Arts Trio, in den Frühzeiten des Reitstadels zum israelischen Yuval-Trio, zu über Jahre hin etablierten Gruppen oder den Größen der Konzertbühne, die sich für bestimmte Programme und Projekte zusammenfinden.
Jetzt ist es wieder soweit: am 12. Februar (Abonnements A und G) spielen Christian Tetzlaff, Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen Klaviertrios aus drei Epochen: Der Geiger Tetzlaff, der große Star, ist besonders in den USA geschätzt (Konzerte in der Carnegie Hall, beim Boston Symphony Orchestra unter Levine, mit Sir Simon Rattle) und Protagonist aller Festspiele von Tanglewood bis Salzburg.
Die Cellistin Hecker aus Sachsen, gerade mal 24 und aus einer Pfarrhausfamilie, ist inzwischen preisgekrönt und mit einem breiten Repertoire ausgestattet. Der Pianist Martin Helmchen, schon mit Heinrich Schiff im Reitstadel, wird dieses Jahr dreißig, ist mit Echo-Klassik ausgezeichnet, und der Startschuss zur großen Karriere war 2006 bei einem Konzert in Luzern mit den Wiener Philharmonikern unter Valery Gergiev aus St. Petersburg — auch wenn Kammermusik sein eigentliches Metier ist. Hier waren schon Gidon Kremer, Sabine Meyer und eben Christian Tetzlaff seine Partner. In der letzten Saison reiste er mit der Academy of St. Martin in the Fields durch Deutschland, war in ganz Europa unterwegs oder gastierte an der kanadischen Pazifikküste: „eine gereifte Musikerpersönlichkeit“, schrieb die Neue Zürcher Zeitung.
Eigentlich haben sich die Drei gar nichts Spektakuläres vorgenommen – nur ein paar Höhepunkte der Kammermusik von Haydn, Schubert, Dvorak, die Frühzeiten der Triobesetzung, zwei romantische Epochen bis an die Grenze des 19. Jahrhunderts. Zum Beispiel mit Anton Dvoraks Trio op.65 von 1883. Irgendwie sympathisch, dass die drei Interpreten einen Bogen um das (allzu) bekannte Dumky-Trio (sieben Jahre später entstanden) machen und sich der leidenschaftlichen Fülle des f-moll-Trios verschreiben – und dem hörbaren Einfluss von Johannes Brahms. Das Trio hat alles, was man sich von Dvorak erwarten kann: einprägsame Melodien, ausdrucksvolle Gesangslinien, graziöse Volkstanzthemen, böhmische Schwermut und ein bisschen „Furiant“ zum Schluss.
Wer mit „B-Dur D898 op.posth.“ wenig anfangen kann, wer dieses Schubert-Trio hört, erkennt es wieder. Zwei Klaviertrios hat Schubert komponiert, beide im „Winterreise“-Jahr 1827. Ob man Robert Schumann folgt, der das B-Dur-Trio als „leidend, weiblich, lyrisch“ charakterisiert und das andere (op. 100) als „mehr handelnd, männlich, dramatisch“ charakterisiert hat, ist sicher eine heute kaum mehr goutierte Interpretationsfrage. Da darf man sich vom Tetzlaff/Hecker/Helmchen-Trio einiges an Aufschluss erwarten.
41 Klaviertrios hat Joseph Haydn komponiert. An diesem Abend wird es die Nr. 20 geben: Konzertante Wirkungen gelingen der Violine, in anderen Passagen dominiert das Klavier. Gerade Ensembles auf „period instruments“ erzielen hier ganz unerwartete Wirkungen von nuancierter Fülle. Soviel kann man versprechen: ein Abend von musikalischer Erfüllung und erstklassig-klassischer Qualität – was die Werke und die Musiker anbetrifft (Restkarten unter (09181) 299622).

