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„Schwer vermittelbar“ heißt das Programm der Raith-Schwestern Susi und Tanja, das sie mit „dem Blaimer“ – sein Vorname ist Andi, er ist mit Tanja Raith verheiratet – im Jahr 2013 spielen. Schwer vermittelbar scheint die Alternative dazu. „Wissts, wou mei Hoamat is“ heißt das Pendant, das sie ebenfalls 2013 geben und das völlig anders gestrickt ist. Keine knappen Lederbuxen und gerüschten Dekolletes, kein Blaimer oberkörperfrei in der Lederweste, keine kracherten, goscherten Lieder.
Bayerische Volkslieder und Sagen aus längst vergangenen Tagen haben die Raith-Schwestern da zusammen gestellt, die ihre Mutter im Laufe der Jahre gesammelt hat. Dem Jahreskreis folgend, beginnt der Ausflug in den tiefen Bayerischen Wald im Frühjahr, Sommer und Herbst folgen, der bitter kalte Winter mit dem eisigen böhmischen Wind schließt das Programm, alles begleitet von ruhigen, farbensatten Bildern aus dem bayerischen Wald.
In Hochform präsentierten sich die zwei Schwestern, die als die Volksmusik-Stimmen Bayerns gelten. Von dem, mit dem sie mit dem Blaimer normalerweise durch Wirtshäuser, Säle und Bierzelte ziehen, sind sie in ihrer Hoamat ganz weit weg. Es war eher besinnlich, hintergründig; da geht es um die Existenzängste der Menschen in den weiten Wäldern, um das raue Leben, die harte Arbeit, den frühen Tod, das harte Brot, die kargen Sommer und die harten Winter.
Leise, ruhig, besinnlich, und, wie Tanja Raith zu Beginn des Konzertes sagte, auch mal ganz ohne Schmarrn. Aber auch manchmal ganz nahe an der Grenze, etwas abzurutschen ins Klischee. Dass das nicht passiert, dafür garantierte der Blaimer. Er las alte oberpfälzer Sagen aus dem Schönwerth-Schatz, die meist mit einer hochgezogenen Augenbraue endeten ob ihrer Skurrilität. Leider werden sie gestimmt haben wie die vom Xaver, der dem Pfarrer beichtete, dass er wisse, wie „a Wetter gmacht werd“. Nach vielem Beten in Waldsassen, las der Bleimer, haben die hohen Herren der Geistlichkeit den Xaver eingemauert und die Eltern verbrannt. Sicher ist sicher. Oder die Wirtin Maria, die Zeit ihres Lebens den Daumen in den Maßkrug hielt beim Zapfen, getreu dem Motto, „100 Dama sin a a Maß“. Dafür musste sie nach ihrem Tod als Gespenst umgehen, bis man sie fing und in in einem Schachterl im Sumpf versenkte: „Dann war a Ruah.“
Das alles eingerahmt vom begeisterten Zwiegesang der Raithschwestern, die ums Jagaleben wussten, berichteten, wie es ist, wenn der Summa umma is und kalt konstatierten: „Etz is halt Winter worn“. Komplettiert hat den Abend Robert Bischoff an Kontrabass und Tuba, der mit Hingabe und Bedeutungsschwere zupfte und blies. Dass das nicht ohne Zugabe abging, war klar und das Publikum restlos begeistert. Zu Recht.


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