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Die Klinikgruppe Helios mit über 30000 Mitarbeitern deutschlandweit macht Schlagzeilen: In den Krankenhäusern des Unternehmens ist das Rauchen zwar untersagt, aber die Firma verbietet ihren Beschäftigten dennoch nicht, während der Arbeitszeit schon einmal eine Nikotinpause einzulegen. Ungewöhnliche Helios-Regelung: Wer auf diese Arbeitsunterbrechungen verzichtet und sich schriftlich zum Nichtraucher am Arbeitsplatz erklärt, der bekommt einen Tag Sonderurlaub.
Wie verfahren Betriebe im Neumarkter Raum mit den konsumbedingten „arbeitsfreien“ Phasen ihrer Mitarbeiter? Eine Auswahl.
Längst hat der Gewerkschafter Peter Prison das Rauchen aufgegeben, aber er versichert, seinem Arbeitgeber durch den Zigarettenkonsum nicht die „Zeit gestohlen“ zu haben. Bis zu eine Stunde habe er nachgearbeitet, um die Rauchpausen wieder hereinzuholen. Der Betriebsratschef des Bauunternehmens Klebl (1200 Mitarbeiter) berichtet, dass die Frage im Betrieb „kulant gehandhabt“ werde: Aus den Büros ist der blaue Dunst verbannt, aber die Betroffenen können sich ins Raucherstübchen im Keller zurückziehen. Eine gesonderte Zeiterfassung gibt es bei Klebl nicht.
Anders dagegen bei Bionorica. Auch der Hersteller pflanzlicher Pharmazeutika hat unter der Belegschaft am Arbeitsplatz ein Rauchverbot erlassen. „Und zwar im ganzen Betrieb“, so Sprecherin Sabine Kohl. Wer dennoch an der Zigarette ziehen will, der tut dies nicht auf Kosten des Arbeitgebers. Die Bionorica-Sprecherin: „Wer eine rauchen geht, der stempelt sich aus.“ Die Zeiterfassungsmaschine registriert genau die Dauer der Rauchpause.
Bei der Bau-Firmengruppe Max Bögl wird im Rahmen des Tarifvertrages dagegen die „Vertrauensarbeitszeit“ gelebt, so Sprecher Jürgen Kotzbauer. Das bedeutet in Bezug auf rauchende Kollegen, dass sich diese grundsätzlich für eine Rauchpause nicht „ausbuchen“ müssen.
Die hausinterne Bögl-Regelung besagt aber auch, dass die Raucher in erster Linie auf die regulären Pausen verwiesen werden. Die Zigarette zwischendurch solle in „einem überschaubaren Maß“ geraucht werden, so Kotzbauer. Und Bögl geht das Problem noch aus einer anderen Richtung an: Die Firmengruppe bietet regelmäßig Kurse zur „Raucher-Entwöhnung“ an.
Beim größten Arbeitgeber in der Stadt Neumarkt, dem Klinikum mit rund 1300 Mitarbeitern, gibt es auch nicht die knallharte Regelung: Die Tasse Kaffee und die Zigarette würden nun einmal in einer Pause konsumiert und nicht während der Arbeitszeit, meinte Klinikumssprecher Oliver Schwindl. Deshalb müssten sich die Beschäftigten eigentlich ausstempeln. Allerdings gibt es solche Zeiterfassungssysteme bisher nur für einen Teil der Klinikbeschäftigten. Sprecher Schwindl: „Wir setzen auf die Vernunft unserer Mitarbeiter.“

