Montag, 17.12.2018

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Seniorengerecht wohnen auf wenig Grund in Pyrbaum

68-Jähriger aus Unterferrieden sucht Gleichgesinnte für Wohnprojekt — Architekt ist schon mit im Boot - 27.12.2014 16:30 Uhr

So sieht eine Variante aus: Doppelbungalow mit gemeinsamem Technikraum für die Heizung (als Verbindungsglied zwischen den beiden Einheiten). © privat


 Barrierefrei, energetisch auf dem neuesten Standard, mit einem flexiblen, möglichst autarken Heizsystem ausgestattet, ebenerdig, aber mit ein bisschen Stauraum, einem möglichst kleinen und pflegeleichten Garten. Ach ja, und bezahlbar soll es auch sein. Der 68-jährige Wolfgang Werner scheut sich nicht davor, noch einmal neu zu bauen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Das heißt, das Grundstück muss passen und vor allem der Architekt muss sein Handwerk verstehen und Werners Bedürfnisse umsetzen. Und dann müssten sich noch Gleichgesinnte finden, denn zwei oder drei baugleiche Bungalows auf einem Grundstück machen die Sache billiger.

Wolfgang Werner (links) und Oswin Hennig über den Plänen für eine mögliche Bebauung eines Mustergrundstücks in Pyrbaum. © Gisa Spandler


Ziemlich viele Voraussetzungen sind das, die da zu erfüllen sind. Darum gibt es für Wolfgang Werner noch keine konkreten Pläne. Jetzt aber hat er einen Architekten gefunden, der sich der Sache angenommen, auf eigenes Risiko schon mal Pläne ausgearbeitet hat. Oswin Hennig aus Fürth ist nicht nur Planer, sondern auch Zimmerermeister und Energieberater. Was Wolfgang Werner vorschwebt, ist für Hennig eine spannende Herausforderung, denn er hat Ähnliches schon gebaut, allerdings nicht mit genau denselben Vorgaben. Nun erarbeitet er Pläne für den 68-jährigen Diplom-Ingenieur, damit der den Bauämtern der Gemeinden etwas vorweisen kann.

In Pyrbaum und Postbauer-Heng gebe es Grundstücke, von denen Werner glaubt, dass sie sich für sein Projekt eignen würden. Die hat Hennig nun als Grundlage für ein paar Bauvarianten genommen. Ein Grunderwerb kommt aber noch nicht in Frage, auch wenn Werner schon Kontakt mit den Eigentümern hat. Erst müsste er eben Partner finden, die sich ebenfalls für solch ein Objekt interessieren.

Dafür kommen aber nicht nur Senioren in Frage, betont er ausdrücklich. Auch junge Familien, die sich kein großes Haus leisten können, aber doch gern eine eigene Haustür hätten, würde er gern mit ins Boot holen. Denn was er nicht möchte, ist in einem Seniorenghetto wohnen, einer Siedlung mit ausschließlich Alten, wie sie sie im Norden des Landes und anderen Ländern gibt.

Damit das Ganze möglichst kostengünstig wird, ist eine der wichtigsten Fragen, die der Planer bei seiner Arbeit beantworten muss, folgende: „Wie bringe ich so viele Häuser wie möglich auf ein passendes Grundstück?“ Die minimalistische Lösung wären sicher zwei Häuser oder ein Doppelbungalow auf einer 600 bis 700 Quadratmeter großen Fläche. Der Vorteil eines Doppelhauses: Man könnte noch mehr Synergien nutzen als bei zwei freistehenden, zum Beispiel durch einen gemeinsamen Heizungsraum.

Hennig sieht die Aufgabe sportlich und geht mit seinen Planungsarbeiten in Vorleistung. „Wenn’s nichts wird, dann war das eben mein Berufsrisiko“, kommentiert er die Chance, dass das Projekt im Sande verläuft und er für geleistete Arbeit kein Geld sieht. Aber natürlich glaubt er fest daran, dass das Projekt einen oder mehrere Partner findet und nennt gleich noch weitere Vorteile, die das Konzept vorsieht: Seine Bungalows entstehen in Fertigbauweise in extrem kurzer Bauzeit, die Baustelle ist eine „trockene“ von Anfang an, das heißt es werden zum Bauen bereits fertige Baustoffe verwendet, bei der Dämmung gehen seine Maßstäbe über die vorgeschriebenen Standards hinaus („Die beste Energie ist die, die man gar nicht verbraucht“), so dass für den Bauherrn auch die Möglichkeit besteht, in den Genuss der Förderung durch das KfW-Programm zu kommen.

Ausstattung variabel

Die Ausstattung ist aber auch bis zu einem gewissen Maß variabel: „Wer eine Fußbodenheizung will, bekommt eine, wer zusätzlich zum einzigen Geschoss noch einen Stauraum auf dem Dach will, kriegt den“, versichert er. Zu seinen Prinzipien gehört allerdings auch, dass er mit den Kunden vorab bespricht, welche Mittel zur Verfügung stehen, und dann sagt, was machbar ist.

Wie bei Wolfgang Werner. Der weiß schon genau, was er will. Jetzt braucht er noch Partner. Sollten sich bei ihm unter mail-an-bungalow@web.de Interessierte melden, dann wird es einen Info-Abend geben und in naher Zukunft vielleicht ein pflegeleichtes, erschwingliches Heim. 

GISA SPANDLER

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