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Serienvergewaltiger hat Angst

Krankenschwester entführt: Kidnapper wollte sie zwingen, ihm beim Suizid zu helfen - 02.02. 12:15 Uhr

NÜRNBERG  - Seine Opfer leiden noch immer unter ihrer brutalen Geiselnahme, im Prozess vor dem Landgericht treten die zwei Frauen als Nebenklägerinnen auf.


Der 49-jährige Angeklagte Bernhard S. versucht gar nicht erst, seine Taten zu leugnen, knapp und ohne emotionale Regung in der Stimme räumt er die Vorwürfe des Staatsanwalts ein.

Eines seiner Opfer, eine heute 23 Jahre alte Krankenschwester, sitzt ihm im historischen Schwurgerichtssaal 600 gegenüber und bietet ihm mutig die Stirn: Unentwegt blickt sie ihn an – als würde sie ihm sagen, dass er sie gequält, aber nicht vernichtet hat. Bernhard S. senkt den Kopf, dem offenen Blick der Frau kann er offenbar nicht standhalten. Laut Anklage hat er sie am 18. Oktober 2010 entführt. Er hatte sie vor dem Neumarkter Klinikum abgepasst – weil er eine Krankenschwester wollte. Sein Plan, die junge Frau auch noch dazu zu zwingen, ihm zum Freitod zu verhelfen, scheiterte jedoch.

Gewaltpornos im Computer

Bernhard S. ist ein vorbestrafter Sexualstraftäter, zum damaligen Zeitpunkt war er auf freiem Fuß, eine Reststrafe war zur Bewährung ausgesetzt worden.

Zunächst hatte er den Kontakt zu seinem Therapeuten und seinem Bewährungshelfer gehalten, doch im Sommer 2010 geriet er nach eigenen Angaben in einen verhängnisvollen Abwärtsstrudel.

Ihn plagten Schulden. Seine Sorge: Würde er gestehen, dass er seine Finanzen nicht im Griff habe, könnte die Bewährung widerrufen werden, er käme erneut hinter Gitter. Da brach er die Therapie ab und tauchte unter. S. begann, in seinem Auto zu campieren und nach Opfern zu suchen.

Denn offenbar wollte er auch seine sexuellen Neigungen, seinen sadistischen Hang nicht länger unterdrücken. Schon seit Monaten lud er sich heimlich Bilder von gequälten Frauen aus dem Internet herunter und speicherte sie auf seinem Computer. Sein Verlangen, selbst eine Frau zu schlagen, wurde stärker.

Am 12. Oktober 2010 gab er diesem Wunsch nach – in Nürnberg überfiel er eine damals 20-Jährige. Danach war dem Mann, den der Gutachter als sexuell abartig, doch voll zurechnungsfähig, beschreibt, klar, dass er wieder hinter Schloss und Riegel landen würde. Um sich vor der Haft zu retten, gab es nur einen Ausweg – den Freitod. Doch der Sadist hat selbst Angst vor Schmerzen, da schmiedete er einen üblen Plan: Eine Krankenschwester oder Ärztin sollte ihm helfen, seinen Selbstmord in die Tat umzusetzen.

Zu diesem Zeitpunkt versteckte er sich auf dem Waldparkplatz in Rummelsberg. Die Nürnberger Polizei fahndete bereits nach ihm, die Rückkehr in die Noris wagte er deshalb nicht mehr. Er nahm die Landstraße und fuhr bis Neumarkt. Vor dem Klinikum nahm er die tapfere Krankenschwester zur Geisel.

Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. 



lu

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