Danach soll aus den beiden Obergeschossen der Altstadtpassage das Rathaus III werden, in das Kämmerei, Liegenschaftsamt und Steueramt einziehen sollen, die Abteilungen, denen Leitender Verwaltungsdirektor Josef Graf vorsteht.
Es war die einzige Entscheidung des Stadtrates am Donnerstagabend, die nicht einstimmig fiel. Hans-Jürgen Madeisky (Flitz) war die Sache zu teuer. Die Stadt könne sich auch eine preiswertere Bleibe suchen. Derzeit säße die Kommune am längeren Hebel. Er unterstützte Ursula Plankermann (SPD), die angeregt hatte, die Stadt solle kaufen statt teuer zu mieten.
Josef Graf erklärte, dass er in „vorauseilendem Gehorsam“ schon bei der Sparkasse vorgefühlt habe, aber dort keine Bereitschaft verspürt habe, die Altstadtpassage zu veräußern.
Graf erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Sparkasse immer noch im Gespräch mit Edeka sei wegen eines Lebensmittelladens im Erdgeschoss Das diente aber wohl eher der Beruhigung, bis das Thema mit dem Neuen Markt endgültig vom Tisch ist.
Denn die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass ein Lebensmittelmarkt an diesem Standort von den Beteiligten als wirtschaftlicher und logistischer Unfug eingestuft wird.
Der erste Stock der Altstadtpassage ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet, befindet sich im Inneren im Zustand eines Rohbaus. Es müssten also technische Umbauten vorgenommen werden, die Kosten in Höhe von 340000 Euro verursachen. Für die spätere Büroeinrichtung sind 240000 Euro angesetzt. Der Umzug für die vorübergehende Unterbringung des Bürgerhauses kostet 60000 Euro.
Die Sparkasse als Eigentümer wird sich mit 300000 Euro an den Umbaumaßnahmen beteiligen, der Stadt aber freie Hand lassen, damit die nach ihren Bedürfnissen vorgehen kann.
Schulreferentin Gisela Burger (CSU) meinte, bei dieser Gelegenheit sollte auch gleich das Jugendbüro mit in die Altstadtpasssage umziehen, um die in und an der Bräugassenschule geplanten Baumaßnahmen rascher in Angriff nehmen zu können. Oberbürgermeister Thomas Thumann und Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee sind da skeptisch. Das Gebäude, in dem das Jugendbüro untergebracht ist, allein wegzureißen, würde zunächst nicht ausreichen.

