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„Wir freuen uns, dass wir so umweltbewusste Leute auf dem Volksfest haben“, erklärte Stadtwerke-Chef Manfred Tylla am Mittwoch inmitten des Aufbau-Trubels in der Großen Jurahalle zwei Tage vor dem Start des Volksfestes. Und Schausteller-Generalunternehmer Günter Wunderlich bestätigte: Alle 25 Fahrgeschäft- und Budenbetreiber hätten sich bereit erklärt, Verträge für den Bezug des Öko-Stroms zu unterzeichnen. Wunderlich: „Ich vertrete alle, da gibt es keinen Widerspruch, alle machen mit.“
Die Schausteller müssen dafür etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Kilowatt/Stunde des von den Stadtwerken angebotenen Öko-Stroms kostet 22,4 Cent und damit nur 0,5 Cent mehr als herkömmlich erzeugter Strom. „Das fällt überhaupt nicht ins Gewicht, und die Bevölkerung würdigt diese Aktion“, ist sich der Schausteller-Sprecher Günter Wunderlich sicher.
Die Neumarkter Stadtwerke haben die umweltfreundliche Stromart bereits im Sortiment und jeder Tarifkunde könnte ihn auch buchen. Nur: Nach Informationen der Stadtwerke haben bisher nur 100 (in Worten: Hundert) Tarifkunden den etwas teureren Öko-Strom bestellt. Dabei stellt der Mehraufwand für einen durchschnittlichen Haushalt nicht mehr als den Gegenwert einer Familien-Pizza dar: Bei einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowatt/Stunden müsste eine Familie 17,50 Euro mehr bezahlen.
Stadtwerke-Chef Manfred Tylla gibt zu, dass er von dieser Resonanz der Neumarkter Stromkunden enttäuscht ist. „Das ist ja wirklich kein großer Preisunterschied, wir haben immer wieder dafür geworben, aber wir können keinen dazu zwingen“, sagte Tylla. Dies sei auch der Hintergrund dafür gewesen, den Volksfest-Organisatoren den Bezug des Öko-Stromes vorzuschlagen – die Stadtwerke versprechen sich davon einen entsprechenden Werbeeffekt bei der Bevölkerung.
Der Öko-Strom der Neumarkter Stadtwerke stammt aus Wasserkraftwerken aus Bayern und Österreich. Neue Anlagen mussten für die Erzeugung der umweltfreundlichen Energie nicht gebaut werden. Rund 100000 Kilowatt/Stunden verbraucht das Neumarkter Volksfest in elf Tagen. Bisher sind die Stadtwerke selbst, die Stadt Neumarkt und kirchliche Einrichtungen mit gutem Beispiel vorangegangen.
Wasserkraft gibt es genug für alle: Die Stadtwerke verfügen über ein Jahreskontingent von 13 bis 15 Millionen Kilowatt/Stunden.


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