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Todesmarsch führte KZ-Häftlinge durch Lauterhofen

Vortrag über KZ Hersbruck-Happburg - Ältere Bürger erinnern sich - 05.03.2015 10:35 Uhr

Platz für eine unterirdische Flugzeugmotorenfabrik sollten die Häftlinge des KZ Hersbruck in den Sandstein der Houbirg schlagen. Die Stollen sind heute einsturzgefährdet und verschlossen. Am Eingang klären Info-Stelen (hier gezeigt von Gerd Vanselow) über das „Doggerwerk“ im Bergstock bei Happurg auf.

Platz für eine unterirdische Flugzeugmotorenfabrik sollten die Häftlinge des KZ Hersbruck in den Sandstein der Houbirg schlagen. Die Stollen sind heute einsturzgefährdet und verschlossen. Am Eingang klären Info-Stelen (hier gezeigt von Gerd Vanselow) über das „Doggerwerk“ im Bergstock bei Happurg auf. © Horst M. Auer


Dem Lauterhofener Pfarrer Gerhard Ehrl ist es wichtig, immer wieder an die Nazizeit zu erinnern: Das sei sein Anliegen „als geschichtsbewusster Mensch“.

Im KZ Happurg-Hersbruck, gegründet als Außenstelle des Lagers in Flossenbürg, waren zwischen Juli 1944 und April 1945 etwa 9000 Häftlinge untergebracht, sie sollten Stollen in die Houbirg graben. Dort sollten BMW-Motoren gebaut werden. Als die US-Soldaten näherrückten, wurden die Häftlinge nach Dachau geschickt; die schwächsten per Bahn, etwa 3800 zu Fuß. Viele von ihnen überlebten die Strapazen und die Kälte nicht, viele wurden erschossen.

Die Arbeit im KZ Happurg-Hersbruck war hart; viele der Häftlinge starben. Eine Frau, die in Traunfeld ihre Kindheit verbrachte, erinnert sich noch heute an den Geruch der Leichen, die in Schupf verbrannt wurden, sagt Pfarrer Ehrl. Auch gebe es Berichte, dass ein Häftling, weil er ein Huhn oder etwas anderes Essbares gestohlen habe, vor den Augen einiger Lauterhofener erschossen worden sei.

Zur Kommunion gratuliert

Ein Gebertshofener feierte 1945 seine Erstkommunion, vor der Kirche rastete eine Gruppe Häftlinge. Einer schüttelte dem Buben die Hand, um zu gratulieren, er sah, dass das ein Kommunionkind war, so Ehrl weiter.

Viele der älteren Lauterhofener haben Erinnerungen an die Häftlinge und ans KZ, sagt er. Einige der Augenzeugen haben sich bereiterklärt, von ihren Erinnerungen zu berichten. In seinem Vortrag wird der Historiker Matthias Rittner von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg die Geschichte des KZ Hersbruck-Happurg beleuchten.

Zum 70. Jahrestag des Todesmarsches lädt Pfarrer Ehrl auch zu einem ökumenischen Gedenkgebet ein am Samstag, 16. Mai, um 15.30 Uhr in der Kirche in Alfeld, es folgt eine Statio in Gebertshofen um 16.30 Uhr, und der Abschluss ist um 17 Uhr in Lauterhofen angesetzt. 

nn/kay

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