Montag, 12.11.2018

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Velburg: Gefährliche Ecken für Fußgänger

Bauauschuss des Stadtrates sah sich genau um — Grundstückseigner wollen aber nicht verkaufen - 01.05.2018 13:56 Uhr

Die Mitglieder des Bauausschusses des Velburger Stadtrates waren in der Kommune unterwegs, um Brennpunkte zu erkunden. © Foto: Jutta Riedel


Aus den Bürgerversammlungen heraus hatte es Anträge gegeben zur Verkehrsberuhigung für die Zufahrtsstraßen zur Innenstadt: für Parsberger Straße und Fürstenweg. Geklagt wurde über zu hohe Geschwindigkeiten und eine unzureichende Gehwegsituation mit Gefährdung der Fußgänger.

Für die Parsberger Straße, vom Finkenherd kommend – hier befindet sich das neue Baugebiet – wurde eine Tonnagebeschränkung beantragt für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, gültig ab dem Kreisverkehr. Weiter wurde gefordert, den Baustellenverkehr umzuleiten im Hinblick auf die Sicherheit der Kinder, die auf der Parsberger Straße unterwegs sind. Einen Gehweg gibt es hier bislang nicht.

31 Bürger – federführend die Anlieger – hatten den Antrag unterzeichnet, beim Fürstenweg die Tempo 30-Zone bis hinaus zum Kreisverkehr auszudehnen, Geschwindigkeitskontrollen durchführen zu lassen und eine Tonnagebeschränkung auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen einzuführen.

Geschwindigkeitsmessungen wurden seitens der Stadt an beiden Straßen bereits durchgezogen: im Fürstenweg am Zebrastreifen Richtung stadteinwärts und an der Parsberger Straße. Damit verbunden konnte auch eine Übersicht über die Art des Verkehrs gewonnen werden.

In der Parsberger Straße ergaben sich pro Woche 7537 Fahrzeuge, davon 324 Lkw und Lastzüge, das entspricht einem Anteil von rund vier Prozent, Geschwindigkeitsmessungen ergaben, dass 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer zwischen 30 und 50 km/h fahren, informierte Christian Frank vom Bauamt Velburg.

"Hier fährt nur durch, wer unbedingt muss", meinte Stadtrat Erwin Gradl dazu, gab aber auch zu bedenken, dass sämtliche Busse in der Innenstadt von Velburg starteten. Diese müssten – genau wie jedweder Lieferverkehr für die Altstadt – weiter dort fahren dürfen. Weiter plädierte Gradl für eine Änderung der Vorfahrtsregelung an der Einmündung.

Beim Fürstenweg wurden tatsächlich Geschwindigkeitsüberschreitungen in der 50 km/h-Zone festgestellt, berichtete Frank, die Information wurde bereits an die Polizei weitergeleitet. Die Auswertung ergaben hier insgesamt 18 241 Fahrzeuge pro Woche, davon 13 473 Pkw. Gezählt wurden 1091 Lkw und 599 Lastzüge, das entspricht einem Anteil insgesamt 9,26 Prozent, inklusive Bussen, landwirtschaftlichem Verkehr und Anlieferverkehr zum Raiffeisenlager.

Bürgermeister Bernhard Kraus sprach in beiden Fällen von einer "klaren Gefährdung" der Fußgänger, insbesondere der älteren Bürger und Kinder. Dauerhaft könne die Situation aber nur mit einem Fußweg sicher gelöst werden, so der Bürgermeister.

Dafür würde jedoch beim Fürstenweg Grund von den Anliegern benötigt. Er habe gehofft auf eine entsprechende Bereitschaft der Eigentümer, aber von den beiden hauptsächlich betroffenen Anliegern bislang lediglich ein "kategorisches Nein" bekommen.

"Das geht so nicht", ärgerte sich Kraus, die Anwohner hätten ein Problem, das sie auf die Stadt abwälzen wollten, ohne die Bereitschaft, selbst zur Lösung beitragen zu wollen.

Bei beiden Straßen liegt der Anteil des Schwerlastverkehrs unter zehn Prozent, das sei "mit Kanonen auf Spatzen geschossen", resümierte Kraus und machte klar, eine Tonnagebeschränkung nicht zu befürworten.

Einstimmig wurden die beiden Anträge auf eine Tonnagebeschränkung abgelehnt. Einig war sich das Gremium jedoch, schnellstmöglich einen Fußweg vom Finkenherd bis zum St.-Anna-Platz zu installieren, nach Möglichkeit noch heuer. Auf ein Einschränken des Baustellenverkehrs wird verzichtet, dieser sollte weiterhin den Baufirmen überlassen bleiben.  

JUTTA RIEDEL

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