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Völkerverständigung auf bayrisch-chinesisch

Faschingszug in Dietfurt — Rund 15000 Schaulustige huldigten Herrscher Ko-Houang-Di - 16.02. 20:00 Uhr

DIETFURT  - Der traditionelle Chinesenfasching zog auch in diesem Jahr rund 15000 Maschkerer, Schaulustige, verkleidete sowie „echte“ Chinesen in die Stadt im Altmühltal. Vor allem letztere zeigten sich fasziniert vom bunten Treiben.

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Am "Unsinnigen Faschingsdonnerstag" liegt das Reich der Mitte traditionell in Dietfurt. Die Stadt im Landkreis Neumarkt verwandelte sich auch heuer einmal mehr in Bayrisch China, als der traditionelle Maskenzug sich durch die Straßen wand.

„Ja, wo geht‘s denn jetzt hier zu diesem Fest“, fragt Ziyin Wang ein wenig schüchtern, aber in fließendem Englisch. Wenige Minuten später traut die 22-jährige Austauschstudentin aus Zhongyuán in Zentralchina ihren eigenen Augen nicht, als sie die roten Stadttore „Bayrisch Chinas“ passiert.

Unaufhörlich drückt die zierliche junge Frau auf den Auslöser ihrer Fotokamera. Die mit Schriftzeichen reich verzierten Fenster der Altstadt. Klick. Die prächtige Bühne am Rathaus samt Thron. Klick. Eine Gruppe Burschen, die in knallbunten Elastananzügen gelassen über den Dietfurter Marktplatz schlendern. Klick. „Das muss ich unbedingt alles festhalten, sonst glaubt mir das zu Hause ja niemand.“

Zur gleichen Zeit hat sich im Rathaus hoher Besuch aus dem Reich der Mitte eingefunden. Shunqing Wang, der neue Generalkonsul des Chinesischen Konsulates in München und sein Kollege Jaiqiang Dai, Konsul für Kultur- und Bildungswesen, begutachten „des Kaisers neue Kleider“.





Immer wieder huscht ein Lächeln über die Gesichter der Gäste. Völkerverständigung auf „bayrisch-chinesisch“. Den Kaiser freut‘s. Ganz in goldene und rote Seide gehüllt, steht Herrscher Ko-Houang-Di samt seinem Gefolge in den Startlöchern. Der pompöse Drachenwagen läuft bereits warm.

Routinierter Frohsinn

Ob der Kaiser vor dem traditionellen Faschingszug überhaupt noch Aufregung verspürt? „Nicht wirklich“, versichert die hochlöbliche Hoheit selbstbewusst. Er herrsche ja bereits das zwölfte Jahr, da werde alles ein wenig routinierter. „Aber das ist gut so, da kann man sich mehr auf Spaß und Frohsinn konzentrieren.“

Ausgelassene Stimmung herrscht wenig später auch auf den Dietfurter Straßen, als sich der närrische Umzug, angeführt von der Stadtkapelle Beilngries, seinen Weg durch die Innenstadt bahnt. Neben Garden aus dem gesamten Landkreis, Hexen, Harlekins, Blumenkindern und Eisprinzessinen schlängeln sich auch Drachenkrieger und bildhübsche Hofdamen durch die Gassen. Besonders die leicht bekleideten Samba-Tänzerinnen sorgen für Jubel.

Als Kaiser Ko-Houang-Di zur abschließenden Podiumsgaudi schließlich seinen Thron erklimmt, schaltet Studentin Ziyin Wang ihre Fotokamera aus. Die Speicherkarte ist voll. Wang grinst: „Viele schöne Bilder, das war ein Spaß.“ 



TOBIAS STICH

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Kurzbeschreibung:
In der fünften Jahreszeit ist eine Menge geboten: Neben der Inthronisation des Prinzenpaares und den bunten Faschingsumzügen gibt es viele weitere große und kleine Veranstaltungen. Hier finden sie alles zum närrischen Treiben in Nordbayern.