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Freitag, 16.11.2018

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Wasserwerk Schlögelsmühle wird aufgerüstet

Neue Aktivkohlefilteranlage wird eingebaut - Probebetrieb im Frühjahr 2019 geplant - 26.08.2018 10:38 Uhr

Mit einem Kranwagen werden die Kessel für die neue Filteranlage in das Wasserwerk Schlögelsmühle eingehoben. © Foto: Jutta Riedel


Der Einbau einer Aktivkohleanlage zählt mit zum Gesamtkonzept im Hinblick auf das Wasserschutzgebiet mit einem Einzugsbereich von rund 14000 Hektar, erläutert Wassermeister Elmar Halk vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Pettenhofener Gruppe.

Das Gebiet in jeder Hinsicht umfassend zu schützen sei kaum möglich, daher werde mit der Anlage ein sogenannter "Polizeifilter" eingebaut, der sicherstellt, dass die Wasseraufbereitung funktioniert, auch wenn es einmal Probleme geben sollte. Mit der Aktivkohle können sämtliche absorbierbaren Stoffe herausgefiltert werden. In erster Linie geht es hier um Pflanzenschutzmittel, aber auch Begleitstoffe wie Kohlenwasserstoff, die beispielsweise bei einem Autounfall austreten können, werden damit gebunden. Nitrat hingegen zählt nicht dazu, hier müssten Chemikalien hinzugefügt werden, die gesamte Anlage müsste gänzlich anders konzipiert werden. "Wir wollen ein naturbelassenes Produkt", betont der Wassermeister, der Einsatz von Chemie zur Aufbereitung komme daher nicht infrage.

Derzeit gibt es keinerlei Probleme mit der Nitratbelastung im Verbandsgebiet, der Nitratwert liegt unter 20 Milligramm pro Liter – deutlich unter dem Grenzwert. Der Wert steige auch nicht abrupt sondern Jahr für Jahr. Monatlich wird der Nitratwert kontrolliert, ebenso wie die Belastung mit Chlorid.

Wird ein sogenannter "Eingreifwert" von 25 Milligramm Nitrat pro Liter erreicht, muss über Strategien im Wasserschutzgebiet nachgedacht werden wie beispielsweise der Anbau von Zwischenfrüchten, neue Fruchtfolgen oder ähnliches.

Mit der Investition in die Aktivkohlefilteranlage verfolgt der Zweckverband sein erklärtes Ziel, dem Bürger immer das beste Wasser liefern zu können. Die Baukosten betragen rund 1,4 Millionen Euro netto inklusive Neubau der Halle, in der die drei Kessel untergebracht sind, und der zugehörigen Elektrotechnik. Jeder der sechs Meter hohen Kessel hat ein Fassungsvermögen von 16 000 Litern, pro Kessel waren 40 000 Euro fällig – ohne die Aktivkohle. Die Befüllung schlägt mit weiteren 14 000 Euro pro Kessel für je neun Kubikmeter Kohle zu Buche.

Jetzt müssen die Kessel noch miteinander verbunden und über eine Verrohrung an den Altbestand angeschlossen werden. Bis Dezember sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Zeitgleich wird die Elektrotechnik installiert sowie Klappen und Ventile eingebaut. Im Frühjahr 2019 soll der Probebetrieb losgehen, nachdem die Kessel erstmalig befüllt wurden.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage, ob die Kohle nach Gebrauch komplett ausgetauscht oder wieder aufbereitet wird. "Das müssen wir erst sehen und rechnen", erläutert Wassermeister Halk im Hinblick auf die hohe Qualität der Aktivkohle, denn jede Regenerierung bringt einen gewissen Qualitätsverlust mit sich.

Die "Lebensdauer" einer Füllung richtet sich nach der Belastung des Grundwassers, Halk geht von zwei bis drei Jahren aus. Anschließend werde wohl turnusmäßig eine Füllung pro Jahr ausgetauscht. Trotz der damit verbundenen Kosten erwartet der Wassermeister dennoch keine nennenswerte Erhöhung des Wasserpreises – die Betriebskosten belaufen sich gemäß der Vorkalkulation auf etwa vier bis fünf Cent pro Kubikmeter.  

jr

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