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„Mit Schwung ins neue Jahr“, unter diesem Motto gastierte das Polizeiorchester Bayern unter Dirigent Johann Mösenbichler im Reitstadel. Schon zum wiederholten Mal bot es dem Neumarkter Konzertpublikum ein abwechslungsreiches Programm.
In den ersten Reihen des voll besetzten Reitstadels fanden beim Konzert des Polizeiorchesters Politiker mit Rang und Namen Platz: Neben Oberbürgermeister Thomas Thumann waren auch Landtagsabgeordneter Albert Füracker und Bundestagsabgeordneter Alois Karl gekommen. Der prominenteste Zuhörer des Abends war aber der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.
Bevor das musikalische Programm startete, nutzte der Innenminister die Gelegenheit, die Arbeit der Neumarkter Polizei und das Engagement von Helmut Lukas, dem Neumarkter Polizeichef, herauszustellen und zu loben. Das Konzert des Polizeiorchesters habe er bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gehört, denn das Konzertprogramm wurde heuer bereits in München und Berlin aufgeführt.
Zum Konzept des Bayerischen Polizeiorchesters gehört es, dass die Erlöse der Auftritte für soziale und karitative Zwecke gespendet werden. So ist der Spendenerlös des Konzertes in Neumarkt für das medizinische Zentrum Arequipa und für das Waisenhaus in Puno in Peru bestimmt, für die sich Helmut Lukas seit Jahren engagiert.
Das Orchester eröffnete mit dem „Spanischen Marsch“ von Johann Strauß das Benefizkonzert.
Den ersten Teil des Konzertes bildete dann eine musikalische Reise in das Land der Paella und der Stierkämpfe. Aus der Oper Carmen kamen die Ouvertüre und die berühmte „Habanera“ zur Aufführung. Mezzosopranistin Kerstin Mösenender übernahm die Partie der Zigeunerbraut Carmen und zog das Publikum mit ihrem verführerischen Gesang in ihren Bann. Heiße Rhythmen und feurige Klänge gab es auch bei „Espana“, einem Walzer von Emil Waldteufel, und bei „El Golpe Fatal“. Das symphonische Blasorchester malte mit diesem Stück ein Bild von einem mitreißenden Stierkampf, bei dem der Stier schließlich „als Ochsenschwanzsuppe endete“, wie es Moderator Herbert Hornig pragmatisch beschrieb.
Eine weitere Station auf der Spanienreise, die vom Tenorsolisten Martin Kiener begleitet wurde, war „Granada“, gefolgt vom „Spanischen Zigeunertanz“, einem Paso Doble. Moderator Herbert Hornig verstand es, das Publikum humorvoll durch den Abend zu führen und so betitelte er den „Spanischen Zigeunertanz“ als „Bayerischen Defiliermarsch auf Spanisch“ mit dem Unterschied, „dass in Bayern dann der Ministerpräsident kommt, und in Spanien halt der Stier“.
Nach der Pause erweiterte das Polizeiorchester Bayern sein geographisches Spektrum und beschränkte sich nicht mehr auf Spanien. Es entführte das Publikum nach Wien, als es den „Boccaccio Marsch“ und „Die schöne Galatée“ spielte, beides bekannte Werke von Franz von Suppé, dem Begründer der Wiener Operette. Dass es neben klassischer Musik, Oper oder Operette auch Musicalmusik interpretieren kann, zeigte das Polizeiorchester bei „Totale Finsternis“, dem berühmten Duett aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Die Stimmen von Kerstin Möseneder und Martin Kiener harmonierten bei diesem Duett hervorragend und beeindruckten die Zuhörer mit ihrer Klangfülle.
Das Programm schloss mit Melodien von Bert Kaempfert, einem Medley aus bekannten Melodien des – neben James Last – erfolgreichsten Orchesterchefs der Nachkriegszeit und einem Medley mit Musik aus dem Musical „West Side Story“. Bei beiden Stücken zeigte das Orchester seine besondere klangliche Vielfalt, denn es kamen verschiedene Soloinstrumente zum Einsatz.
Die begeisterten Zuhörer im Reitstadel ließen das Polizeiorchester Bayern aber nicht von der Bühne, ehe es zwei Zugaben spielte. Mit dem Radetzky-Marsch verabschiedete sich das Orchester vom Neumarkter Publikum, das sich schon jetzt auf das nächste Gastspiel des Orchesters im Reitstadel freut.


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