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Mit „Hotel Freiheit“, ihrem mittlerweile vierten Soloprogramm, fand sie in der voll besetzten Kulturfabrik ein dankbares Auditorium. Das „Revoluzzer-Hotel Freiheit“ spielt im Hochgebirge und passt sich dem Zeitgeist an. Und dann kommt die „echte“ Luise Kinseher ins Hotel und erzählt „aus ihrem Leben“, dass sie sich akribisch nach Schuhbeck ernähre. Überall nehme sie Ingwer und Cayennepfeffer mit, um nachzuwürzen, wenn es irgendwie „fad“ wird. Wenn mal wieder Wahlsonntag ist, ernähre sie sich bewusst schlecht, damit ein natürliches Übergefühl-Gefühl in der Darmgegend aufkommt. Das Wahlergebnis erziele jedes Mal eine ähnliche Wirkung bei ihr.
Dem Berchinger Publikum berichtet sie auch von ihrer Kindheit, zum Beispiel, dass sie gar keine kleine Schwester gewollt habe. „Aber ich wurde einfach nicht gefragt.“ Dann ihre Schulzeit und ihr bayerisches Abitur. „Des hot damals no fuih Wert ghabt“, meint die Protagonistin, die ihren Geiselhöringer Dialekt bewusst nicht verleugnet. Aber sie lebt jetzt in dem „Hotel Freiheit“. Hier gibt es alles, was der Gast will. Ob es nun ein Zimmer mit Alpenpanorama und Meerblick, ein Frühstück in der Abendsonne, ein sprudelndes Bad im Eigensinn oder auch nur ein halsbrecherischer Gedankenflug sein soll — das Hotelpersonal macht es möglich.
Von der Hoteldirektion bis zum Hotelgast werden wieder mal alle von der Kabarettistin Luise Kinseher selbst gespielt. Sogar die russische Olga mit ihrem Sexappeal. In dem „Hotel Freiheit“ gibt es garantiert keine Überwachungskameras, keine Wanzen, die Schwiegermütter stören nicht mit ihrer Besserwisserei, auch nicht das Handy oder das Smartphone, ein Wlan oder eine sonstige digitale Verbindung nach draußen zu irgendwelchen sozialen Netzwerken fehlt. Computer stehen sowieso nicht herum, nicht einmal ein Terminkalender oder andere, lästige Zwangsmaßnahmen stören die Freiheit.
Doch trotz der erfolgreichen Errungenschaften droht dem „Hotel Freiheit“ die baldige Schließung. „Feindliche Übernahme“ heißt das große schreckliche Wort, das sich keiner auszusprechen traut. Überall lauert der Feind. „Um die Freiheit zu retten, wird sie erst einmal abgeschafft.“ Die aus dem niederbayerischen Geiselhörig stammende Künstlerin verstand es, das Berchinger Publikum mitzunehmen. Sie begeisterte durch ihre Spontanität, ihren Witz und ihre treffsicheren pointierten Aussagen.


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