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40 Cent pro Liter: Milchviehhalter übergeben Resolution

Unterstützung in Kontraktverhandlungen mit Lebensmitteleinzelhandel - 06.10.2016 15:18 Uhr

In großer Zahl waren Milchbauern aus dem Landkreis zur Molkerei Langenfeld gekommen, um die Verbandsresolution zu überreichen. © oh


Sie solle Auftrag und zugleich Unterstützung für die Molkereien in den Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel sein, erklärte Vorsitzender Peter Meyer. Die Kontraktabschlüsse seien so zu gestalten, dass schnellstmöglich 40 Cent an die Milchviehhalter ausbezahlt werden können, lautet die zentrale Forderung der Milchviehhalter. Mehrerlöse, die jetzt aufgrund einer besseren Marktlage erzielbar seien, müssten vollständig und umgehend an sie Milchviehhalter durchgereicht werden. Es sei nach den Milliardenverlusten in der Krise "nur recht und billig, dass jeder Cent Mehrerlös umgehend und vollständig bei den Milchbauern ankommt." Diese halten mindestens 40 Cent je Liter Milch müssen durch gute Kontraktabschlüsse für möglich.

Nach einer dreijährigen, beispiellosen Talfahrt der Preise für Milchprodukte und dann auch der Milcherzeugerpreise sei momentan eine deutliche Marktumkehr zu beobachten, führte BDM-Kreisvorsitzender Meyer aus. Innerhalb weniger Wochen seien "die Preise am Spotmarkt für Rohmilch, Blockbutter etc. regelrecht nach oben geschossen. Ebenfalls sehr deutlich erholt haben sich die Milchpulverpreise und Käsepreise". Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Verknüpfung des zweiten EU-Hilfspakets mit einer zeitlich befristeten Reduzierung der Milchanlieferung.

Bei den aktuellen Kontraktabschlüssen für die "Weiße Linie" müssten aufgrund dieser Marktsituation deutlich bessere Preise erzielt werden. "Diese Markterholung muss nun vollständig und unmittelbar bei uns ankommen", stimmte er mit den Kolleginnen und Kollegen überein. Sie waren erst am Abend zur Übergabe der Resolution gekommen, da man, so Meyer, mitten in der Ernte stecke und die Milchviehhalter angesichts der Krise noch schlechter von ihren Höfen wegkämen, als sonst. Gleichzeitig sollte dies ein als Signal an die Molkerei sei, "dass es bei dieser Aktion nicht darum geht, sie in ihrer Arbeit zu behindern. In den Abendstunden ist dieses Risiko deutlich geringer".

Die Molkereiunternehmen seien gefordert, die günstige Marktsituation für eine deutliche Verbesserung der Abgabepreise für alle Milchprodukte zu nutzen, und die Milchviehhalter in ihrem Bestreben, mit der Schaffung eines wirkungsvollen Sicherheitsnetzes für den EU-Milchmarkt zukünftig krisenhaften Entwicklungen frühzeitig und entgegenwirken zu können, zu unterstützen, so Meyer zu den grundsätzlichen Anliegen des Verbandes.

Signale an Politik und Medien

Man wolle, führte er weiter aus, "den Molkereien eine gute Verhandlungsbasis für laufende und zukünftige Kontraktabschlüsse schaffen, indem wir öffentlich kundtun, was wir jetzt benötigen". Durch die große Anzahl an Aktionen und hohe Teilnehmerzahlen werde "das mediale, und noch wichtiger, das politische Signal“ gesendet: "Die BDM-Milchviehhalter sind weiterhin engagiert und lassen sich nicht durch eine Verbesserung der Erlöse sozusagen in den Winterschlaf versetzen".

Bundesminister Christian Schmidt habe es inzwischen treffend formuliert: "Die Krise ist längst nicht vorbei. Es darf sich der Fehler nach den letzten Krisen nicht wiederholen, zu meinen, es läuft wieder."

Fehler, die "wir alle miteinander vom BDM nicht zu verantworten haben", betonte der Kreisvorsitzende. Vielmehr habe man "immer und immer wieder auf die Notwendigkeit von wirkungsvollen Kriseninstrumenten hingewiesen und diese auch ständig eingefordert!"

Meyer über Resolution der Milchbauern an die Molkereiverantwortlichen mit der Bitte, diese an die Vorstände der BMI weiter zu leiten. Die Molkerei vertraten Vorstandsvorsitzender Hans Wehr, Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Freimann sowie die Aufsichtsratsmitglieder Martin Gundel und Markus Sandmann, ferner Erzeugerberaterin Sara Hackspacher und ihr Kollege Schüssler. 

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