Samstag, 17.11.2018

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54 neue Lehrkräfte im Landratsamt Neustadt vereidigt

"Wichtigste Event im Lehrerdasein", so Schulamtsdirektorin Limbacher - 10.09.2018 14:00 Uhr

Schulamtsdirektorin Brigitte Limbacher hieß die 54 jungen Lehrkräfte im großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Neustadt willkommen, ehe es in die Lehrerkonferenzen der einzelnen Grund- und Mittelschulen im Landkreis ging. © Harald Munzinger


Sie sorgten für einen erfreulich gut besetzten großen Sitzungssaal des Landratsamtes, in dem ihre Vereidigung beziehungsweise Dienstverpflichtungen stattfanden, ein für Schulamtsdirektorin Brigitte Limbacher "wichtigstes Event im Lehrerdasein". Die stattliche Zahl der neu oder erneut in den Schuldienst tretenden Pädagogen und Pädagoginnen stelle die Versorgung des Unterrichts an den 30 staatlichen Grund- und Mittelschulen sicher, die Limbacher mit einem kurzen fränkischen "passt" kommentierte.

Zwar sei auch für die "mobile Reserve" gesorgt, die im Laufe des Jahres möglicherweise noch aufgestockt werde, doch riet sie den Lehrkräften schmunzelnd, Kinderwünsche aufzuschieben. Gilt doch die Personalsituation nach dem Ausscheiden vieler Lehrkräfte in den Ruhestand als "sehr angespannt". Die Leiterin eines der kleinsten Schulämter Mittelfrankens griff in die "Retrokiste" und übergab den jungen stark dominierenden Pädagoginnen und den Pädagogen Dreieckstücher, die mit ihrem leuchtenden Orange einst die Erstklässler schützen sollte, symbolisch dafür, im Unterrichtsbetrieb "nicht unter die Räder zu kommen". Dazu reichte Personalratsvorsitzender Harald Helgert die bei Bedarf helfende Hand und gab Seminarleiterin Kathrin Marhofer Ratschläge, wie Freude in den Berufsalltag gebracht werden kann.

Kinder sind "oberste Dienstherren"

In dem seien nun die Kinder "die obersten Dienstherren", wie Schulamtsdirektorin Limbacher die Lehrerinnen und Lehrer auf sie einstimmte, denen Marhofer empfahl, "eine angstfreie Lernatmosphäre zu schaffen". Mit den Dienstpflichten machte sie Schulrat Frank Wessel vor der Vereidigung vertraut. Stellvertretender Landrat Bernd Schnizlein betonte die mit dem Lehrerberuf verbundene große Verantwortung und Herausforderung. Er hieß die jungen Lehrkräfte in einem Landkreis mit vielfältiger Schullandschaft und hoher Lebensqualität willkommen. Die Grund- und Mittelschulen im Landkreis besuchen im neuen Schuljahr 4818 Schülerinnen und Schüler, 46 weniger als im Vorjahr.

Von den 230 Klassen (sieben weniger als 2017/18) haben nach Mitteilung des Staatlichen Schulamtes 26 eine Klassenstärke von bis zu 15 Schülern, 77 zwischen 16 und 20 Schülern, 95 zwischen 21 und 25 Schülern sowie 25 mit 26 oder 27 Schülern. In sieben Klassen werden 28 bis 31 Kinder unterrichtet. In den Grundschulen ergibt sich daraus ein Klassendurchschnitt von 21.21, in den Mittelschulen von 19,80 Schülern. Den Gesamtdurchschnitt von 20,75 Schüler pro Klasse bezeichnete Schulamtsdirektorin Brigitte Limbacher "nahe am Ideal" von 21 SchülerInnen. Bei den 834 Erstklässlern gibt es eine leichte Steigerung um vier ABC-Schützen. 20 Kinder besuchen in einer jahrgangskombinierten Klasse der Jahrgänge eins bis vier die private Frieda-Lang-Grundschule am Schulstandort Uffenheim.

Jahrgangskombinierte Klassen

"Um der wachsendenden Heterogenität der Schuleingangsstufe besser gerecht zu werden", sind nach Mitteilung des Staatlichen Schulamtes an sechs der 20 Grundschulen jahrgangskombinierte Klassen eingerichtet worden, 18 davon mit 369 Kindern in der Kombination 1/ 2, sieben mit 134 Schülern in den Klasse 3/ 4. Das Modell der "Flexiblen Grundschule" weite die Möglichkeiten für ein effektives Eingehen auf individuelle Bedürfnisse der Kinder noch stärker aus und werde – so heißt es dazu – "mit einer Zusatzförderung durch eigens zugewiesene Lehrerstunden versehen". Leistungsstarke Schüler könnten die Jahrgangstufen 1 und 2 in einem Jahr absolvieren.

Der gleiche Vorteil ergebe sich für Kinder, "die eine längere Anlaufphase brauchen, um die für die weitere Bildungsbiografie bedeutsamen Grundlagen zu legen, indem sie die beiden Jahrgangsstufen in drei Jahren durchlaufen". An den Mittelschulen in Neustadt und Bad Windsheim werden die so genannten Deutschklassen, für die es eine überarbeitete Stundentafel gibt, mit einem eigenen Stundendeputat unterstützt, ließ das Schulamt weiter wissen. Daneben gebe es für Kinder mit Migrationshintergrund, die in Regelklassen unterrichtet würden, wieder Stunden, die dem Umfang des vergangenen Jahres entsprächen. Dazu wird besonders erwähnt, dass an allen Mittelschulen im Landkreis die Schulabgängerinnen mit Migrationshintergrund, die erst ein bis zwei Jahr an einer deutschen Schule unterrichtet wurden. "wieder außergewöhnlich gut abgeschnitten haben". 

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