Mittwoch, 12.12.2018

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"Aktenpartys": Hilfe für Flüchtlinge in Neustadt

Geflüchtete lernen Umgang mit der Bürokratie - 22.06.2018 14:40 Uhr

Um sich mit der behördlichen Papierflut zurechtzufinden, wird bei "Aktenpartys" Geflüchteten geholfen. © privat


Für "Bürokratie mit Spaß" arrangiert das Freiwilligenzentrum "Aktenpartys", bei denen Geflüchteten Anleitungen gegeben werden, was es mit behördlichen Schreiben auf sich hat und wo Anträge gestellt werden müssen.

Zu einer der "Aktenpartys", die quer durch den Landkreis stattfinden, kamen jetzt zahlreiche Geflüchtete in den Neustädter Jugendtreff "Lazarett", um die angebotene Hilfe anzunehmen, sich mit den bürokratischen Erfordernissen zurecht zu finden. Eingeladen hatten dazu diese Integrationslotsin des Freiwilligenzentrums "mach mit" Anke Schug und Christa Bachele von der Flüchtlings- und Integrationsberatung.

Ziel war es, gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und den beiden Fachkräften Ordnung in das Chaos zu bringen. Es hieß also erst einmal alles auf die Tische leeren und anschließend Ärmel hochkrempeln und sortieren. Ordner, Trennblätter und alles weitere Material wurden von der Integrationslotsin gestellt.

Fragen über Fragen

Wie lange muss man Post aufheben? Welche Sortierung ist sinnvoll? Was ist wichtig, was unwichtig? Das alles wurde den Geflüchteten von den engagierten Ehrenamtlichen nahegebracht. Danach wurden die mitgebrachten Unterlagen sinnvoll geordnet und abgeheftet. Sowohl Geflüchtete, als auch Ehrenamtliche waren trotz des trockenen Themas engagiert und mit Ausdauer bei der Sache. Wie nebenbei und ganz selbstverständlich entstanden angeregte Gespräche und neue Kontakte wurden geknüpft.

Christiane Wolfart vom Unterstützerkreis Neustadt/Aisch beschäftigte sich zeitgleich kreativ mit den vielen anwesenden Kindern. Wieder andere Ehrenamtliche sorgten für das leibliche Wohl. So konnte jeder Ehrenamtliche seine Stärken einbringen. Alle waren sich einig, dass die Veranstaltung gelungen und ein voller Erfolg war. Vor allem die Arbeit der Flüchtlings- und Integrationsberaterinnen wird dadurch enorm erleichtert.

Weiter Aktenpartys sind in Scheinfeld und in Markt Erlbach geplant. Dazu und für die Arbeit mit Geflüchteten ganz allgemein werden immer noch motivierte Helferinnen und Helfer gesucht. "Es wird auch weiterhin sehr viele Geflüchtete im Landkreis Neustadt/Aisch geben, die Hilfe in den verschiedensten Belangen brauchen", so Integrationslotsin Anke Schug. Interessierte können sich melden unter der 09161-8889 36 oder per E-Mail.

Zweiter Preis für "Lebenskoffer"

Von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenzentren (bagfa)wurde das Caritas-Freiwilligenzentrum "mach mit" ausgezeichnet. Beim "Innovationspreis 2018" kam es unter rund zwei Dutzend Bewerbern mit dem Projekt "Lebenskoffer" auf den mit 2500 Euro dotierten zweiten Platz. Der Innovationspreis wolle neue Ideen fördern, kreative Arbeit auszeichnen und gute Beispiele bekannter machen, ließ die Leiterin des Freiwilligenzentrums, Dorothea Hübner, wissen. Sie nahm mit Mitarbeiterin Agatha Ludwig den Preis am "Tag des freiwilligen Engagements in Kunst und Kultur" der Bundesarbeitsgemeinschaft in Schloss Buchenau bei Fulda von der "bagfa"-Vorstandsvorsitzenden Birgit Bursee entgegen. 

nb

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