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"ars quo vadis" lädt zu seiner Jubiläumsausstellung ein

Seit 1985 entwirft Doris Lauterbach Stoffe für Gewänder, Schals oder Bilder - 02.07.2018 20:23 Uhr

Doris Lauterbach und Erna Lentz (v. l.) haben sich den Traum einer Galerie erfüllt und Dachsbach zu einem Begriff in der fränkischen Kunstszene gemacht. © Harald Munzinger


Dabei wurde es mitunter eng in dem schmucken Haus am Marktplatz mit seinen auf den ersten Blick viel zu kleinen Räumen für die breite Kunstpalette, die einmal mehr hier aufgefächert wurde und sich doch als der ideale Rahmen für die Konzentration auf die vielfältigen Exponate erweisen sollten. Raum für 26 ausgewählte Künstlerinnen und Künstler sollten zudem eine Scheune, Werkstatt, Flur und Garten bieten, der Hof bei einer gemütlichen Tasse Kaffee im anmutigem Ambiente zum Austausch der Gedankenimpulse einladen, für die Malerei, Fotografie, Druckgrafik, Bildhauerei, Keramik, Holz-,Textil- oder Metallkunst reichlich sorgten. 

Genau so, wie es sich Erna Lentz und Doris Lauterbach vorstellten, als sie in einem gegenüberliegenden Haus, heute Bankgebäude, beim Pizzaessen aus dem Fenster auf das Anwesen Marktplatz 3 schauten. Als sie später unter der Hand erfuhren, dass es zu erwerben sei, erfüllten sie sich den Traum von einer eigenen Galerie. In diese luden sie erstmals 2003 und dann drei- bis viermal im Jahr ein, "um mit Arbeiten aus bildender Kunst, angewandter Kunst und Design zu zeigen, wohin die Kunst geht".

Seit 1985 entwirft und webt die Textilkünstlerin Doris Lauterbach Stoffe für Gewänder, Schals oder Bilder. Sich dabei auf das Wesentliche zu konzentrieren, nennt sie als ihre Vorliebe, um "Material und Struktur und klare Formen in den handgewebten Stoffen zur Geltung kommen zu lassen und die Persönlichkeit der Trägerin oder des Trägers zu betonen". Erna Lentz zeichnet seit 1980 mit der Vorliebe für Landschaften, Ortsansichten, Wasser und Himmel. Schwarz-weiß sei dabei für sie "Farbe genug, um Natur und Gegenstände nicht zu kopieren, sondern hinter den äußeren Schein vorzudringen", wie es die Künstlerin beschreibt. 

Großes Kunstnetzwerk 

Beide luden aus dem immer größer werdenden Netzwerk KünstlerkollegInnen ein, auch zu der von ihnen initiierten und rasch ebenso wie ihre Werkstatt zum Begriff über die Region hinaus werdenden Galerie "EigenArt". Dass diese nun "Kunst in Dachsbach" heißt, hat dem überwältigenden Zuspruch keinen Abbruch getan und die Rückkehr von "ars quo vadis" nach ein paar "dissonanten" Jahren in den Verbund ganz unterschiedlicher Ausstellungsorte wurde von vielen Kunstfreunden begrüßt.  

Bilderstrecke zum Thema

Vielfältig und speziell: "Kunst in Dachsbach"-Ausstellung

Gelungener Neuanfang in der Dachsbacher Ausstellungstradition. "Kunst in Dachsbach" setzt nach der positiven Resonanz im großen Gästekreis der Vernissage neue, reizvolle Akzente. Dafür sorgen nahezu 50 Künstlerinnen und Künstler an vier Ausstellungsorten mit jeweils ganz eigenem Charakter noch bis Sonntagabend.


Zum Jubiläum erfuhren Doris Lauterbach und Erna Lentz viel Anerkennung, für die Daniela Seren bei der offiziellen Ausstellungseröffnung die treffende Erklärung hatte. Schließlich haben die beiden Frauen dafür gesorgt, dass man für das Erleben von Kunst nicht mehr in die große Stadt fahren muss, sondern diese heute nach Dachsbach kommt, das stellvertretender Landrat Hans Herold als "Synonym für die Kunst in der Region" adelte. Sie 15 Jahren ließen Lentz und Lauterbach die Menschen an ihrer Kunst teilhaben und öffneten mit dem großen Künstlerkreis den Blick weit über den Ort und Aischgrund hinaus. Da werde den Besuchern auf ganz unterschiedliche Weise vermittelt, wie sich Erlebtes und Eindrücke verknüpfen, ihnen Ausdruck verliehen wird. Sei es als Lebensbegleiter, Anlass zum Lachen oder Nachdenken oder ganz einfach zur Frage, was das Bild oder die Skulptur "mit mir will", so Daniela Seren vor großer Gästekulisse. 

Raus aus dem Alltag 

Kunst, so meinte sie, dürfe "auch wieder schön sein und Platz im Leben haben". Sie soll aus dem Alltäglichen herausholen, soll zum Denken anregen, Menschen in Bewegung bringen, kann auch provozieren und Widerspruch hervorrufen. Schließlich sei auch das Leben nicht immer schön. Und Kunst brauche Muse und Zeit. Die können sich Kunstfreunde für die Jubiläumsausstellung von "ars quo vadis" noch bis einschließlich Sonntag, 8.Juli, nehmen. Werktags sind sie von 14 bis 18 Uhr, am Samstag von 14 bis 19 Uhr und am 8. Juli ab 14 Uhr zur Finissage eingeladen. Für die Kunst der Noten sorgt bei ihr Akkordeonistin Theresa Holzmeier. Weitere Informationen finden sich unter "ww.ars-quo-vadis.de". 

Harald J. Munzinger

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