Freitag, 19.10.2018

|

Auftakt zu „NeaWIS“

Modell der Online-Hilfe für Senioren im Landkreis gestartet - 05.10.2018 20:34 Uhr

Bürgermeister Bernhard Kisch mit den NeaWIS-Aktiven der Kliniken im Landkreis, Chefarzt für Innere Medizin und Geriatrie, Dr. Wolfgang Anderer, und Josefine Mühlroth, sowie die ausführenden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Hochschule Ansbach Leonie Hugo und Dunja Zöller (v. l.). © privat


Nun folgte die Auftaktveranstaltung in der Kurstadt, die von der Hochschule Ansbach organisiert wurde. Die verantwortlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Leonie Hugo und Dunja Zöller stellten im Bad Windsheimer Rathaus den Projektablauf vor. Eingeladen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialer Einrichtungen, die sich in der Beratung oder Pflege um Senioren kümmern. In einem interaktiven Teil nahmen die beiden im Kur- und Kongress-Center eingerichteten Gesundheitsexpertinnen die Erwartungen, Projektpartner und Wünsche zur Zusammenarbeit und den Zielgruppen auf.

Am Ende soll es eine regelmäßig aktualisierte, nutzerfreundliche und nachhaltige Online-Plattform sein, die pflege- und hilfsbedürftige Menschen und ihren Angehörigen direkt, schnell und zuverlässig die Angebote im Landkreis nahebringt – das ganze vom heimischen Laptop oder vielleicht sogar als Tablet taugliche App. Für die Plattform werben sollen Hausärzte, Beratungsstellen und Senioreneinrichtungen, sodass Senioren sich bereits präventiv mit dem Thema Gesundheit im Alter frühzeitig auseinandersetzen. Bad Windsheims Bürgermeister Bernhard Kisch wünschte sich in der Runde „eine insgesamt verkürzte Beratungszeit“, MdB Christian Schmidt sah in der Angebots-Vernetzung mithilfe einer intelligenten Online-Lösung das größte Potenzial, um eine „flächendeckende, hochqualifizierte Medizin befördern“ zu können.

Chefarzt Dr. Wolfgang Anderer sieht die volkswirtschaftlichen Aspekte in der „Selbstständigkeit älterer Menschen“ und möchte diese soweit darin unterstützen, im Alter sozial wie gesundheitlich gut gestellt zu bleiben. Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Sascha Müller-Feuerstein versicherte, dass die Hochschule Ansbach „Vollgas gebe“ und „einen Gewinn für den Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim im Kernwirkungsbereich der Hochschule“ schaffen wolle. Sieben Hochschulmitarbeiter arbeiten mit an dem Projekt, welches ein Vorbild für andere Landkreise werden soll. „Der Gewinn“, so Müller-Feuerstein beim Kick-Off-Termin, „soll nachhaltig geteilt werden, d. h. die Projektinformationen sollen auch an andere interessierte Landkreise weitergegeben werden“.

Anhand von Fallbeispielen möchte man Betroffene auf erste Anzeichen für beispielweise Demenz, soziale Isolation, Inkontinenz und abnehmende Mobilität aufmerksam machen, und so dazu anregen, sich präventiv beziehungsweise rechtzeitig helfen zu lassen. Die Teilnehmer wünschten sich zum Beispiel ein „Ampel-System“, welches die Verfügbarkeit von Kurzzeitpflegeplätzen in den einzelnen Pflegeeinrichtungen anzeigt. Diese Idee hatten Zöllner und Hugo bereits im Vorfeld im Gespräch mit Besuchern des kürzlich stattgefundenen Seniorentags aufgenommen.

Die Schaffung einer zentralen Stelle, die sich anschließend um die Betreuung und Weiterentwicklung der Online-Plattform kümmert, wurde ebenfalls genannt. Dazu werden die beteiligten Stellen gemeinsam mit der Hochschule im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre einen Vorschlag entwickeln. Schmidt stimmte den Teilnehmern zu und merkte an, dass der „Datenmüll“ in Form von veralteten Informationen gesteuert werden müsse. Im nächsten Schritt wird die Hochschule die gesammelten Daten strukturieren und analysieren sowie das Konzept für die technische Plattform erstellen.

Eine erste Kontaktaufnahme zu regionalen IT-Dienstleistern hat bereits stattgefunden. Der Bad Windsheimer Stadtrat hatte das Projekt mit auf den Weg gebracht und die finanzielle Beteiligung in Höhe von 50 Prozent der erforderlichen Drittmittel zugesagt. Demnach steuern die Kreiskliniken und die Stadt Bad Windsheim je 25.000 Euro zum „NeaWIS-Projekt“ bei.  

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim