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Ausstellung in Dachsbacher "Werkstatt ars quo vadis"

Kunst wahrnehmen und hinterfragen - weitere Ausstellung am 6. und 7. Mai - 01.05.2017 12:27 Uhr

"Textile" Bilder sind eine Spezialität von Doris Lauterbach, die mit Erna Lenz in ihre Dachsbacher "Werkstatt ars quo vadis" einlädt. © oh


Doris Lauterbach (Textil/Handweberei) und Erna Lentz (Bleistiftzeichnungen) gründeten 2003 die "Werkstatt ars quo vadis" am Dachsbacher Marktplatz mit dem Ziel, Kunst und Kunsthandwerk in kontinuierlichen Ausstellungen mit unterschiedlichsten Gästen auf hohem Niveau eine öffentliche Plattform zu bieten. Dass Kunst – in welcher Form auch immer – wahrgenommen und hinterfragt werde, ist es ein Anliegen von Lenz und Lauterbach auch bei der aktuellen Ausstellung. Diese finde nicht im Rahmen der zeitgleichen "EigenArt" statt, wird ausdrücklich betont. Zumal ja anfangs "ars quo vadis" eine Keimzelle davon war.

Ein Heimspiel hat Doris Lauterbach einmal mehr, die seit 1985 Stoffe entwirft, sie aus den Naturmaterialien Leinen, Seide oder Baumwolle webt und aus diesen Gewänder und Schals, aber auch Wandschmuck und Bilder gestaltet. Dabei ist nach ihrer Schilderung "die Reduzierung auf das Wesentliche" ihr Thema. So sollen Material und Struktur, klare Formen den handgewebten Stoff zur Wirkung kommen lassen, "die Gewänder ohne den Körper als autonome Objekte gelten2. Alle Arbeiten aus ihrer Werkstatt sind Einzelstücke.

Schwerpunkt auf Naturmaterialien

In seiner Handweberei legt Hans Merkel den Schwerpunkt seiner handwerklichen Arbeit auf Stoffe aus Naturmaterialien, hauptsächlich Wolle und Seide, für den täglichen Gebrauch: Tweed für Kleidung, Wolldecken und Seidenschals und – tücher. Dass ein gewisser künstlerischer Anspruch hinter den Entwürfen steckt ist für Merkel selbstverständlich, der sich parallel zu seiner textilen Arbeit schon immer im rein künstlerischen Bereich mit Malerei, Zeichnen und zur Zeit mit Holzschnitten, die ich auf einer kleinen Spindelpresse vervielfältige, beschäftigt.

Schon während des mit dem Physik-Diplom abgeschlossenen Studium hatte der aus Hof/Saale stammende Merkel gemalt und 1981 erste textile Experimente (Handspinnen, Stricken) unternommen. Die Handweberei erlernte er im Wesentlichen autodidaktisch, übernahm 1995 eine Handweberei Petri in Tegernsee und übersiedelte mit ihr 2004 nach Zeil am Main. Hans Merkel hält es mit dem Sozialist, Dichter und Gestalter W. Morris: "Habe in Deinem Haus nur Dinge um Dich, die schön und nützlich sind."

Beachtung in Schweden und Japan

Anregungen dazu nehmen die Besucher von "ars quo vadis" auch vom dritten Künstler, Burkhard Schürmann, mit. Der Westfale absolvierte eine Gold- und Silberschmied-Lehre in der Abtei Münsterschwarzach und schloss sie als Bundessieger der Silberschmiede ab. Es folgte das Studium in Münster und Nürnberg, die Lehrtätigkeit an der Berufsschule in Würzburg sowie die Meisterprüfung als Silberschmied und die Selbständigkeit zunächst in Nürnberg, seit 1989 in Kitzingen.

Viele Jahre als Dozent am Bildungszentrum Nürnberg und im Kunstquartier Nürnberg tätig, beschäftigt sich Burkhard Schürmann nach seiner Schilderung seit Jahren parallel zu den gold und silberschmiedischen Bereichen mit Druckgrafik, Malerei und Objekten. Bei zahlreichen Ausstellungen im Inland genoss er ebenso viel Beachtung wie etwa in Schweden oder Japan, was auf seine Werke in der Dachsbacher "ars quo vadis Werkstatt" neugierig macht, die sich auch mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre in der Region einen Namen gemacht hat. 

hjm

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